Rezension

[REZENSION] Die Spur der Vertrauten

Redakteur: Anette Wolf

Titel: Die Spur der Vertrauten (OT: Nous)
Autorin: Christelle Dabos
Übersetzerinnen: Amelie Thoma, Nadine Püschel

Verlag: Fischer Rotfuchs
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren

Ausführung: Hardcover, 640 Seiten
Autorin:
Christelle Dabos, geboren 1980 an der Côte d’Azur, wuchs in einem Zuhause mit viel klassischer Musik auf und lebt heute in Belgien. Von ihrer Debütreihe «Die Spiegelreisende» wurden in Frankreich mehr als eine Million Exemplare verkauft und sie wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt.

 

DIE SPUR DER VERTRAUTEN

 

Zwar hatte ich schon viel Gutes von der Autorin und ihrer Spiegelreisenden-Tetralogie gehört, aber gelesen hatte ich bislang nichts von ihr.
Nun konnte ich mir ein eigenes Bild von ihrem eigenen und besonderen Stil machen, denn ich griff zu „Die Spur der Vertrauten“, einer Dystopie mit einer sehr interessanten Grundidee.
Die Autorin lässt die Geschichte in einer Welt spielen, in der das „Wir“ über allem steht. Jeder Mensch besitzt einen Instinkt, um dem Allgemeinwohl zu dienen. Individualität existiert nicht.

Gerade für den Jugendbuchbereich finde ich die Sprache von Christelle Davros außergewöhnlich und teilweise nicht einfach zugänglich. Unabhängig davon, bietet das Buch auch inhaltlich einen Stoff, der meiner Meinung nach eher geeignet ist für (junge) Erwachsene denn für (ältere) Jugendliche.

Die gezeichnete Welt ist sehr komplex und als dystopisches Bild mit Retroeinflüssen äußerst ungewöhnlich. Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, bereits ein ähnliches Setting in einem anderen Buch kennengelernt zu haben. Am ehesten wecken die Schilderungen Erinnerungen an dystopische Filme der 60er oder 70er, wo Dinge modern waren, die heute retro sind.
Beeindruckt haben mich wie bereits erwähnt Christelle Davros Sprache, aber auch ihr Vermögen starke Gefühle beim Lesen zu erzeugen, obwohl mich die Figuren tatsächlich nicht für sich gewinnen konnten.
Schwachpunkte hingegen waren für mich, dass ich eben keine Verbindung zu dem Personal des Buches aufbauen konnte und mich die Geschichte passagenweise verloren hat.
Zum einen führt die Autorin wirklich gut in das Geschehen ein, ohne sich erklären zu müssen, zum anderen hat das Buch jedoch für mich verloren, weil das Ende mich doch recht ratlos zurückgelassen hat.

Ein Buch, zu dem ich weder zuraten noch davon abraten kann.
Vielen Pluspunkten stehen für mich auch deutliche Minuspunkte gegenüber.
Klar ist jedoch, dass Christelle Davros mich durch ihre Idee und ihre Sprache derart überzeugt hat, dass ich ihre Spiegelreisenden-Tetralogie in Angriff nehmen möchte.

 
 

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