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[REZENSION] Devil’s River

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Devil’s River
Autor: Thomas Thiemeyer
Verlag: Knaur
Reihe: -/-
Ausführung: Broschiert, 512 Seiten


Autor:
Thomas Thiemeyer, geboren 1963, studierte Geologie und Geographie, ehe er sich selbständig machte und eine Laufbahn als Autor und Illustrator einschlug. Mit seinen Wissenschaftsthrillern und Jugendbuchzyklen, die etliche Preise gewannen, sich über eine halbe Million Mal verkauften und in dreizehn Sprachen übersetzt wurden, ist er mittlerweile eine feste Größe in der deutschen Unterhaltungsliteratur. Der Autor lebt mit seiner Familie in Stuttgart.

DEVIL’S RIVER

Nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter erbt die Medizinstudentin Eve nicht nur ein Haus sondern auch eine Truhe voller Dokumente. Ihre Großmutter hat ihr die Familiengeschichte hinterlassen, und so vertieft Eve sich in Geschehnisse, die im Jahr 1878 ihren Anfang nahmen.
Zusammen mit Eve taucht auch der Leser in die Geschichte ein, die von ganz verschiedenen Personen handelt. Man begleitet River, eine Weiße, die von den kanadischen Ureinwohnern aufgezogen wurde. Dann ist da Nathan Blake – ein Massenmörder. Und schließlich sind da eine Gruppe Kopfgeldjäger und Gesetzeshüter, die auf der Jagd nach Blake sind.
Als Rivers Dorf scheinbar von einem Dämon heimgesucht wird, ist sie entschlossen, ihn zu besiegen. Doch kann sie es alleine schaffen? Oder werden ihr Blake oder seine Verfolger helfen?

Ich liebe die Bücher von Thomas Thiemeyer. Sowohl seine Jugendbücher als auch seine Wissenschaftsthriller können mich begeistern. Dieses Buch hier ist anders, das hat Thomas Thiemeyer von Anfang an gesagt und das kann ich nur bestätigen. Anders, aber nicht schlechter. Nein, das Buch, das vom Verlag als mystischer Abenteuerthriller beschrieben wird, konnte mich sogar noch stärker in seinen Bann ziehen als Thiemeyers anderen Werke.

Das Buch ist unglaublich stimmungsvoll. Die Handlung in der Gegenwart ist nur eine Rahmenhandlung, kurz, nicht viel Raum einnehmend, aber gut geeignet, um beim Lesen Verschnaufspausen zu bekommen. Die Handlungen in der Vergangenheit sind rasant und intensiv. River ist eine interessante Hauptperson. Aufgewachsen bei den Indianern, voller Glauben an Mythen und Dämonen, voller Wissen über Heilkräuter und die Natur, ist sie eine kluge und starke Frau, die gleichzeitig aber ihren Platz in der Welt zu suchen scheint.
Die zweite Hauptperson ist Nathan. Selten habe ich einen interessanteren und verstörenderen Protagonisten erlebt. Von Anfang an lässt Thomas Thiemeyer keine Zweifel daran aufkommen, dass wir hier einen brutalen Serienmörder vor uns haben. Nathan hat Taten begangen, die man nicht entschuldigen kann. Und doch fällt es schwer, diesen gebildeten Mann nicht in sein Herz zu schließen. Auch wenn man seine Taten nicht entschuldigen kann, erschreckenderweise konnte ich ihn und seine Handlungen am Ende verstehen. Einen Serienmörder sympathisch dastehen zu lassen, das muss ein Autor erst einmal schaffen. Und das zeigt, wie wunderbar Thomas Thiemeyer seine Charaktere zeichnet. Da gibt es kein reines Schwarz und Weiß, nein, das Buch lebt von den Grautönen.

Wer einen typischen Thriller sucht, der sollte lieber seine Finger von Devil’s River lassen. Denn auch wenn es durchaus einiges spritzendes Blut und viel Spannung gibt, ein typischer Thriller ist es nicht. Es ist auch kein wirklicher Western, kein reiner Abenteuerroman, nein, es ist eine ganz spezielle Mischung. Wer auf der Suche nach einem besonderen Buch ist voller Spannung und Mystik, der sollte zugreifen und sich auf diese ganz besondere Reise in die Welt der kanadischen Ureinwohner aufmachen. Spannende Unterhaltung voller faszinierender Details und Emotionen ist dann garantiert, denn auch wenn es sich von den anderen Werken des Autors unterscheidet, es ist trotz allem ein echter Thomas Thiemeyer! Und dieser Name steht nun einmal für ganz besondere Unterhaltung.

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