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[REZENSION] Schwein sein

Redakteur: Anette Leister

Titel: Schwein sein
Autor: Christian Duda
Illustrator: Julia Friese
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Ausführung: Hardcover, 70 Seiten


Autor:
Christian Duda heißt eigentlich Christian Achmed Gad Elkarim, früher hieß er sogar Ahmet Ibrahim el Said Gad Elkarim. Er war Österreicher, Ägypter und ist jetzt Deutscher, war Katholik, Mohammedaner und ist schon seit sehr langer Zeit ein glücklicher Atheist. Er ist Autor, Regisseur und Vater, lebt in Berlin und träumt vom Snowboarden.

Illustrator:
Julia Friese hat Illustration und Gestaltung in Dublin, Bilbao und Leipzig studiert. Besonders gerne illustriert sie Bücher von Christian Duda, 2008 waren die beiden für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Mit ihren gemeinsamen Büchern sind die beiden schon um die halbe Welt gereist. Dabei erfindet Julia Friese besonders gerne zusammen mit Kindern neue Geschichten. Mit ihrer Familie lebt sie in Berlin.

SCHWEIN SEIN

Coco möchte nicht mehr alleine mit Mama und Papa sein und wünscht sich deshalb ein Schwein. Ohne groß über die Konsequenzen nachzudenken, fahren die Eltern gemeinsam mit Coco zu einem Bauern und erfüllen ihr diesen Wunsch. Auch wenn Schweine eine andere Auffassung von Sauberkeit haben, auf Dauer sind sie glücklich, solange sie genug zu Essen und Platz haben. Das mit dem Platz wird allerdings zum Problem als Schwein Lotte größer wird, zu groß für Cocos Kinderzimmer…
So landet Lotte genauso schnell wieder auf einem Bauernhof, wie sie ihn als kleines Ferkel verlassen hat, doch dort fühlt sie sich nicht mehr wohl, weil sie den Gestank nicht mehr gewohnt ist, das Verhalten der anderen Tiere nicht versteht und das Essen dort nicht verträgt.
Ob Lotte noch einmal ihr Glück aufspüren kann, einen Ort, an dem sie geliebt wird und Geborgenheit findet?
Drei große Lehren sollte man aus diesem Buch ziehen:
Verantwortung gegenüber anderen Lesewesen übernimmt man für sein ganzes Leben und nicht nur solange diese klein und niedlich sind.
Für ein Tier ist es wichtig einen Platz fürs Leben zu finden, an dem es Glück und Geborgenheit erfährt. Es ist kein Spielzeug oder Gegenstand, den man je nach Interesse gegen etwas anderes austauschen kann.
Bevor man sich an ein Lebewesen bindet, sollte man gewissenhaft überprüfen, ob man zusammenpasst. Zum einen also, ob die Chemie zwischen einem stimmt, vor allen Dingen aber auch, ob alle Aufgaben und Eigenheiten immer verantwortungsvoll ausgeführt und akzeptiert werden können und sich mit den eigenen Lebensumständen und Wohnverhältnissen verbinden lassen.

70 Seiten hören sich bei einem Bilderbuch nach viel Stoff an, trotzdem kommt die Geschichte mit recht wenig Text aus, vieles lässt sich zwischen den Zeilen lesen, aus den großformatigen Bildern, die Julia Friese geschaffen hat.
Die gemeinsamen Bücher von Christian Duda und Julia Friese zeichnen sich durch einen besonderen Anspruch aus, sie sind weder vom Inhalt noch von den Bildern immer glatt und geradeaus, so dass es sich anbietet die Bücher gemeinsam mit seinen Kindern zu entdecken. Sie besitzen eine Tiefe und Botschaften, dass es sich auch lohnt als Erwachsener auf Entdeckungsreise in ihren Geschichten- und Bilderkosmos zu gehen.

Schwein ist – oder hat – nicht nur Lotte: ich liebe die Vorsatzseiten mit den Schweinsnasen und die etwas fiesen Details wie Cocos Schweinsnäschen und das Holzbrett mit Blutwurst auf der letzten Seite im Buch mit den bibliographischen Angaben. Dies sind eben solche Dinge zwischen den Zeilen, die besonders aufmerksame Kinder oder Erwachsene beim Lesen und Anschauen des Buches entdecken.

Duda und Friese – ein eingespieltes Team, dessen Bücher immer einen zweiten, dritten… unendlich viele Blicke wert sind!

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