Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Hamish Macbeth lüftet ein Briefgeheimnis (OT: Death of a Poison Pen)Autorin: M. C. Beaton
Übersetzerin: Sabine Schilasky
Sprecher: Philipp Schepmann
Verlag: Lübbe Audio
Reihe: Schottland-Krimis 19
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 408 Minuten, mp3-Download


HAMISH MACBETH LÜFTET EIN BRIEFGEHEIMNIS
Mit Schottland verbindet man gemeinhin häufige Wetterwechsel und raues Klima. Doch mit dem Sturm, der aktuell über die Bewohner Lochdubhs hinwegfegt, hatte niemand gerechnet. Eine bösartige Person versetzt mit ihren Briefen, die zumeist haltlose Unterstellungen und Behauptungen beinhalten, das gesamte Dorf in Aufregung. Als hätte Hamish Macbeth es bereits vorausgesehen, gibt es auch bald die erste Leiche. Dass es sich dabei um Suizid handeln könnte glaubt er keine Sekunde – und auf seine Intuition war schon häufig Verlass.
Ganz gleich, ob man die Schottland-Krimis regelmäßig verfolgt oder nur sporadisch, oder sogar nur zufällig über genau diesen gestolpert ist, in jedem dieser Fälle gilt dasselbe – man ist sofort mitten im Geschehen. M. C. Beaton hat eine unnachahmliche Art, ihren Geschichten eine Lebendigkeit zu verleihen, die Leser und Hörer sofort für sich einnimmt. Eine wahrhaftige Wohlfühlatmosphäre, die aber auch mit Spannung zu bestechen weiß.
Im Grunde ist sowohl den Protagonisten als auch dem Hörer klar, dass es sich bei den Briefen nur um Geschwätz handelt. Dennoch ist ebenso allen bewusst, dass vermutlich jeder ein kleines oder vielleicht auch größeres Geheimnis verbirgt, und es nur eine Frage der Zeit ist, bis eines davon ungewollt gelüftet werden könnte. Entsprechend angespannt ist die Stimmung im gesamten Dorf. Die gegenseitigen, stillen Verdächtigungen machen es nicht besser.
Das Zusammenspiel der Figuren funktioniert wie immer perfekt. Sei es bereits seit langem bekanntes Personal oder auch solches das ausschließlich für diese eine Folge eingeführt wird. Es ist, als würde man alte Bekannte besuchen, denn als Hörer ist man viel mehr als nur Zaungast. Obwohl nicht konkret angesprochen oder eingebunden, so ergibt sich doch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und der Drang, selbst in die Ermittlungen einzusteigen.
Hamish hat auch neben dem eigentlichen Fall noch die ein oder andere private Hürde zu meistern. Dabei stellt er sich mal mehr mal weniger geschickt an, humorvoll ist es aber allemal. Was nicht zuletzt durch die großartige Sprecherleistung untermalt wird. Philipp Schepmann fängt jede Stimmung ein und weiß genau wie er den Hörer in den Bann zieht.
Band 19, und dennoch ein individuelles, intelligentes Werk. Feinste Verästlungen führen teils über Umwege letztendlich zum gewünschten Ziel, das zwar zwischenzeitlich schonmal kurz aufblitzt, dann aber auch wieder durch andere Spuren verwischt wird. Der Hörer lässt sich zeitweise aber auch gerne und völlig bewusst blenden und ablenken.

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