Rezension

[REZENSION] Die Mitternachtsbäckerei

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Mitternachtsbäckerei (OT: Mayonaka No Panyasan: Gozen 0ji No Recipe)
Autorin: Noriko Onuma
Übersetzerin: Karolina Heidinger
Verlag: Thiele
Reihe: Band 1
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten
Autorin:
Noriko Onuma, 1975 in der Präfektur Gifu geboren, begann ihre Karriere als Drehbuchautorin, bevor sie sich dem Schreiben von Romanen widmete. Ausgezeichnet mit dem Botchan Literary Award, landete sie mit Die Mitternachtsbäckerei einen internationalen Bestseller.

 

DIE MITTERNACHTSBÄCKEREI

 

In der Mitternachtsbäckerei gewinnen die unterschiedlichsten Charaktere ungewohnte wie unerwartete Eindrücke, denn es ist ein Ort, an dem jeder Willkommen ist, mit all seinen Eigenheiten. Zahlreiche Menschen sind hier schon ein und aus gegangen, viele mehr als nur einmal. Das Eintreffen von Nozomi allerdings gibt den Startschuss für Veränderungen, denn ehe man sich versieht, wächst die Bäckerei.

Erzählt wird in einer sehr poetischen Sprache, obwohl inhaltlich einige Kämpfe ausgefochten werden und sich negative Gedanken und Gefühle Bahn brechen. Pro Kapitel steht dabei zunächst eine andere Person im Vordergrund, in dessen Leben der Leser Einblick erhält. Im weiteren Verlauf kommt die Figur dann über kurz oder lang mit der Mitternachtsbäckerei in Kontakt, wo ihr einfühlsam begegnet wird.

Die einzelnen Kapitel beinhalten zwar jeweils eine eigene kurze Geschichte, fügen sich aber letztendlich kunstvoll und gekonnt ineinander, bis alle losen Fäden verschwunden sind. Es ist schön zu verfolgen wie nicht nur den Haltsuchenden von außen immer wieder Zuversicht geschenkt wird. Denn von Anfang an ist klar, dass auch das Personal der Bäckerei den ein oder anderen Schmerz zu verarbeiten hat.

Emotional bleibt der Leser jedoch weitestgehend als reiner Beobachter außen vor. Vermutlich gewinnt man aus diesem Grund auch vor allem zum Ende hin den Eindruck, die Darstellungen würden mit der Zeit immer langatmiger. Was zu Beginn noch vor Energie und Tatendrang strotzte, wird auf der Zielgeraden träge und behäbig.

Nichtsdestotrotz eine wunderbare Lektüre für einen Nachmittag auf der Couch, rund um eine Bäckerei, die auf den nächtlichen Straßen Licht und Trost spendet.

 
 

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