Rezension

[REZENSION] Die Tote von Nazaré

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Tote von Nazaré
Autor: Miguel Silva
Verlag: Aufbau
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 318 Seiten
Autor:
Miguel Silva ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der bereits zahlreiche Kriminalromane geschrieben hat. Zudem war er viele Jahre als Lektor und Verlagsleiter tätig. Miguel Silva lebt im Rheinland und in einem kleinen Dorf in der Nähe von Nazaré.

 

DIE TOTE VON NAZARÉ

 

Hauptkommissarin Maren Berger kann sich an nichts mehr erinnern. Die letzten Monate vor der verheerenden Tat, wie ausgelöscht. Sie braucht Abstand von allem, ihrem Umfeld, der gewohnten Umgebung. Sie flieht regelrecht nach Portugal, raus aus dem Hamsterrad, auf der Suche nach ihrer Erinnerung, auf der Suche nach sich selbst. Dabei ahnt Maren noch nicht, dass ihr die Widrigkeiten in die vermeintliche Idylle folgen, und sie schon bald vor weiteren Fragen ohne Antworten steht.

Das Gehirn ist wie ein Universum für sich, aber wie schaffte sie es dann, untergegangene Dinge in diesem Universum wiederzufinden? Wo war die Verbindung zwischen ihr, der toten Russin und der nun auch toten Frau mit dem Pferdeschwanz? (S. 185)

Die grobe Vorgeschichte, weshalb die Kommissarin aus Köln nun nach Portugal gereist ist, lässt sich der Zusammenfassung schnell entnehmen. Doch sogleich stellt man sich als Leser die Frage, ob das wirklich alles ist, oder ob man hier bereits auf eine falsche Fährte gelockt werden soll. Irgendwie wirkt alles ein bisschen glatt, ein bisschen zu konstruiert. Als sollte man konkret in eine bestimmte gedankliche Richtung gelenkt werden. Vielleicht ist man aber auch einfach nur zu misstrauisch.

Im Laufe des Geschehens dehnt sich die Handlung nach allen Seiten immer weiter aus. Es werden Aspekte hinzugefügt, Figuren eingeführt, Theorien entwickelt und wieder verworfen. Kurzum, die Erzählung bleibt im Fluss. Auf Grund des eingängigen Schreibstils ist es ein leichtes, ihr zu folgen und immer weiter am Ball zu bleiben. Dennoch vermisst man eine gewisse Kreativität. Obwohl Versuche unternommen werden, dies anders erscheinen zu lassen, verläuft doch alles ziemlich geradlinig und strukturiert.

Entsprechend selten gelingt es dem Autor, den geneigten Krimileser in eine Sackgasse zu locken. Trotzdem lässt man sich ein auf dieses Abenteuer, das wohl den Beginn eines neuen Ermittler-Duos einläutet. Auch die Protagonisten dürfen gerne noch an Tiefe gewinnen, sie bleiben zunächst ein bisschen blass. Vermutlich ist dies aber der Charakteristik eines Auftaktbandes geschuldet. Ein durchaus solider Krimi mit Potenzial. Dem nächsten Band sollte man in jedem Fall eine faire Chance geben.

 
 

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