Redakteur: Anette Wolf
Titel: Flora Brimble und der verlorene FrühlingAutor: Marcus Raffel
Illustrator: Maximilian Meinzold
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten

Marcus Raffel wurde 1971 in Bochum geboren. Nachdem er sein Studium der Theater- Film- und Fernsehwissenschaften erfolgreich abgebrochen hatte, begann seine Laufbahn als Drehbuchautor und Headwriter für Serien wie „Nikola“, „Ritas Welt“ und „Der Lehrer“. Eine lange Laufbahn, die jetzt mit seinem ersten Kinderbuch den vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.Illustrator:
Max Meinzold, geboren 1987, ist freischaffender Grafikdesigner und Illustrator. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Science-Fiction, Fantasy und der Kinder- und Jugendliteratur. Für seine moderne, innovative Buchgestaltung wurde er bereits für zahlreiche Preise nominiert. Er lebt und arbeitet in München.

FLORA BRIMBLE UND DER VERLORENE FRÜHLING
Das Cover und die Innenillustrationen passen sehr gut zum zauberhaften und magischen Inhalt dieses Buches.
Flora Brimble lebt in dem kleinen englischen Dörfchen Rye, in dem der Winter nicht weichen will. Zu ihrem Geburtstag bekommt sie eine magische Tinte geschenkt. Die Figuren, die Flora durch ihre Geschichten zum Leben erweckt, könnten den Frühling nach Rye zurückbringen. Dafür muss sie sich jedoch auf eine abenteuerliche Quest begeben. Mit einem sprechenden Eichhörnchen und einem klugen Kobold an ihrer Seite bietet sie den kommenden Abenteuern die Stirn. Die merkwürdigste oder fantastischste Weggefährtin entpuppt sich jedoch als ein Mädchen, welches viel mit Flora gemein hat. Während Flora der Herbst ist, verkörpert Harriet die Leichtigkeit des Frühlings.
Marcus Raffels Roman liest sich wie ein moderner Klassiker und durch das Spiel zwischen Floras Realität und der Geschichte ihrer Romanfiguren zeitweise wie eine Hommage an Michael Endes „Die unendliche Geschichte“. Denn wie dort, existieren auch in „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ Passagen, in denen Realität und Fiktion miteinander verschmelzen und die Romanfiguren gewahr werden, dass sie nur ersonnen sind.
Das Buch ist voller Fantasie und darüber hinaus auch sehr philosophisch. Ich finde zwar nicht, dass junge Leser*innen damit überfordert sind, für den begrenzten Umfang der Geschichte will das Buch dennoch manchmal zu viel. Ideen und Figuren bieten Stoff für eine tiefere Ausarbeitung oder einen Zweiteiler statt eines in einem Band abgeschlossenen Romans.
Das Buch ist eine bunte, abenteuerliche, manchmal leicht düstere Geschichte über Freundschaft, Familie, Fantasie und Mut. Neben dunklen Passagen kommen aber auch Humor und Sprachwitz darin vor. Die Sprache ist sehr schön und die Geschichte damit ein Lesegenuss nicht nur für jüngeres, sondern ebenso für älteres oder erwachsenes Lesepublikum.
Eine Hommage an Klassiker der Kinderliteratur, der sich für versierte junge Leser*innen oder zum gemeinsamen Lesen anbietet.

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