Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Sörensen geht aufs HausAutor: Sven Stricker
Sprecher: Sven Stricker
Verlag: Audio-To-Go
Reihe: Band 6
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 882 Minuten, Audio-Download


SÖRENSEN GEHT AUFS HAUS
Sörensen ist noch dabei, sich damit zu arrangieren, wieder mit seinem Vater unter einem Dach zu leben, da tauchen plötzlich an allen Ecken problembehaftete Baustellen auf. Seine Kollegin Jennifer will kündigen, ein Nachbarschaftsstreit entpuppt sich als etwas weitaus komplexeres, er versucht sich im Dating, und zu allem Überfluss muss Sörensen auch noch die eigene Vergangenheit Revue passieren lassen. Bisschen viel auf einmal …
… denkt sich auch die Hauptfigur, und schwankt regelmäßig zwischen Flucht nach vorn und Kopf in den Sand stecken. Wer Sörensen bereits in vorherigen Bänden begleitet hat, weiß selbstredend von der Angststörung, die ihn mal mehr mal weniger im Griff hat. Doch auch für Neueinsteiger bleibt diese nicht lange verborgen, schließlich geht er sehr offensiv damit um. Somit werden einige Gedankengänge, die womöglich ansonsten als diffus und wirr eingestuft werden könnten, durchaus besser nachvollziehbar. Das wiederum unterstützt den Hörer dabei, sich voll und ganz auf den Fall einzulassen.
Dieser wird auf mehreren Ebenen entwickelt und spielt zu unterschiedlichen Zeiten. Der Fokus liegt klar auf der Gegenwart, denn hier läuft alles zusammen. Dennoch sind Handlungsstränge aus der Vergangenheit relevant und teilweise richtungsweisend, so dass auch diesen nicht weniger Bedeutung beigemessen werden sollte. Die Spannung entwickelt sich langsam, ist aber spürbar vorhanden. Besondere Überraschungsmomente oder unvorhergesehene Wendungen sind allerdings nicht zu erwarten. Das Geschehen bleibt angenehm lebendig und im Fluss, nicht mehr, nicht weniger.
Gespickt mit sehr trockenem Humor, der vermutlich in der Hörfassung weitaus besser zur Geltung kommt als in der Printausgabe, vergeht die Zeit wie im Flug. Dieser Aspekt setzt gekonnt Akzente und wertet die Geschichte auf. Der Autor liest selbst und bringt dem Hörer sein Werk somit nahe.
Um mit den Charakteren warm zu werden und ihre Entwicklung zu verstehen, sollte möglichst nicht erst mit dem aktuellen Band begonnen werden. Einen ersten Eindruck kann man aber natürlich auch dort von ihnen gewinnen, und eventuell kehrt man sogar im Nachgang zu den Anfängen zurück. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Geschehen Höhen und Tiefen aufweist, in Form von einerseits sehr forschen, andererseits aber auch mühsamen Passagen. Die persönliche Note des Autors gibt den kleinen aber feinen Ausschlag nach oben.

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