Redakteur: Christiane Demuth
Titel: MinnesotaAutor: Jo Nesbø
Übersetzer: Günther Frauenlob
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 416 Seiten


MINNESOTA
Wer bereits mit dem Autor vertraut ist weiß, dass Jo Nesbø sich oft und gerne tiefgründig mit dem Denken und Handeln der Menschen auseinandersetzt. Seine Figuren haben zumeist etwas tragisches an sich. Häufig liegen dem traumatische Ereignisse zugrunde, die jedoch erst im fortgeschrittenen Verlauf der Geschichte enthüllt werden.
In „Minnesota“ spielt er zudem unglaublich gekonnt mit verschiedenen Perspektiven, die ein authentisches Bild der Gegebenheiten zeichnen. Doch kann man sich wirklich auf seine Sinne verlassen? Gibt es nur diese eine Realität oder lässt man sich gerade hinters Licht führen? Widersprüchliche Gefühle brechen sich immer wieder Bahn, denn einerseits scheint alles stimmig, andererseits jedoch passt nichts zusammen.
Neben charakterstarken Protagonisten mit deutlichem Wiedererkennungswert behandelt das Buch nicht bloß eine Mordserie, die wie eine Rachemission aussieht. Vielmehr gilt es, hinter die Kulissen zu blicken, den Antrieb und die Motivation hinter den Taten zu erkennen. Gebannt und mit fast schon morbider Faszination verfolgt man Seite für Seite, Zeile für Zeile und taucht immer tiefer ein in diesen Strudel.
Nesbø ist hier ein beeindruckender Coup, ein Meisterstück, gelungen. Die Lektüre zur Seite zu legen – nahezu unmöglich. Brutal und schonungslos ehrlich auf der einen Seite, gleichzeitig aber auch empathisch. Eine grandiose Mischung aus lauten und leisen Tönen, die noch lange nachhallen.

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