Redakteur: Christiane Demuth
Titel: SturmmeerAutorin: Stina Westerkamp
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 336 Seiten


STURMMEER
Ella ist sich sicher, in Jan ihre große Liebe gefunden zu haben. Er hört ihr zu, weiß was sie fühlt und liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Doch während eines romantischen Bootsausflugs ist ihr Traummann plötzlich nicht mehr auffindbar. Ist er über Bord gegangen als sie schlief? Oder ist Ella ihre Gutgläubigkeit zum Verhängnis geworden?
Bereits durch den Klappentext, so man ihn gelesen hat, ist dem Leser bekannt, dass Ella entführt wurde. Hintergründe und Täter bleiben aber zunächst eher schwammig, obwohl man sich durchaus die ein oder andere Theorie zurechtlegt. Erzählt wird das Geschehen kapitelweise und abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven von involvierten Personen, so dass sich nach und nach ein Gesamtbild ergibt. Dieses Vorgehen trägt dazu bei, die Geschichte lebendig und das Tempo hoch zu halten.
Denn inhaltlich ergeben sich immer wieder Dämpfer. Eine Verbindung zu den Figuren lässt sich nur schwer aufbauen, vor allem aber hätte man sich mehr Tiefgründigkeit gewünscht. Dabei ist das Potenzial allemal vorhanden. Vielmehr wird der Leser recht häufig auf das Offensichtliche gestoßen, auf tatsächliche Überraschungsmomente wartet man zumeist vergeblich. Der gelungene und mitreißende Schreibstil versucht die Missstände bestmöglich auszugleichen, schafft dies aber natürlich nicht in Gänze.
Sicherlich kann man sich von und mit der Lektüre ein paar Stunden berieseln und auch gut unterhalten lassen, von einem „Psychothriller, der unter die Haut geht“ erwartet man jedoch deutlich mehr. Das sehr farb- und bildgewaltige Cover kann den daraus abgeleiteten Verheißungen ebenfalls nicht gerecht werden.

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