Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Die Therapeutin und ihre Mörder (OT: Shrink Solves Murder)Autorin: Philippa Perry
Übersetzerin: Elke Link
Verlag: Ullstein
Reihe: Band 1
Ausführung: Broschur, 352 Seiten


DIE THERAPEUTIN UND IHRE MÖRDER
Für die Polizei ist Henry Clayton einer von vielen, wieder einer, der sich zu nah an die Klippen gewagt und in den selbstgewählten Tod gesprungen ist. Doch Pat Philipps kann und möchte das nicht glauben, schließlich war er ihr Klient. Henry war nicht depressiv, er wollte seinem Leben kein Ende setzen. Für Pat passt in diesem Fall einiges nicht zusammen, und da die Polizei die Akte geschlossen hat, bleibt ihr nichts anders übrig als sich selbst in die Ermittlungen zu stürzen. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Prichard entwickelt sie die wildesten Theorien, zumeist unter Alkoholeinfluss, kommt der Wahrheit damit aber auch immer näher.
Dr. Pat Philipps, Psychotherapeutin auf dem zweiten Bildungsweg, brennt für ihre Arbeit ebenso wie für Westlinke, das sie vor einigen Jahren zu ihrer neuen Heimat auserkoren hat. Mit einigen Eigenheiten ausgestattet eckt die Hauptprotagonistin in ihrem Umfeld immer wieder an. Zugleich steht es für sie überhaupt nicht zur Debatte, dass ihr Patient Selbstmord begangen hat. Sie ist sich sicher: es war Mord. Da gibt man ihr als Leser sofort recht, und das nicht, weil man sich beeinflussen lässt. Es gibt einfach zu viele Ungereimtheiten, die seitens der Polizei überhaupt keine Beachtung finden.
Die Ermittlungen gestalten sich zäh, es scheint als fehle es an einem konkreten Ansatz beziehungsweise an einer klaren Methodik. Sicherlich gelingt es den Figuren geschickt an immer neue Hinweise oder Informationen zu gelangen, die die Hobby-Detektive wieder ein bisschen mehr in Richtung Lösung lenken. Nichtsdestotrotz wirkt vieles wenig bis gar nicht durchdacht, es ist mehr ein Stochern im Nebel mit zahlreichen losen Fäden und manchmal mehr Glück als Verstand. Diese werden am Schluss alle aufgelöst, so richtig zufriedenstellend ist das für den Leser letztlich aber nicht.
Die Grundidee hinter dem Geschehen weckt definitiv Interesse, die Umsetzung ist jedoch nicht in allen Teilen gelungen. Ein richtiger Spannungsaufbau kommt nicht zustande, da die nächsten Ereignisse meist ziemlich früh vorhersehbar sind. Die Figuren bedienen die unterschiedlichsten Klischees, ein illustrer bunter Reigen, der keine großen Überraschungen zu bieten hat, aber immerhin für Unterhaltung sorgt. Einzig die Beschreibung der Umgebung wird mit einem solchen Enthusiasmus dargeboten, dass man keinerlei Kritik daran üben kann.
Es handelt sich bei diesem Band um einen netten Reihenauftakt, den man flüssig lesen kann, der jedoch die Erwartungen nicht gänzlich erfüllt.

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