Rezension

[REZENSION] Der Doktor und der liebe Mord (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Doktor und der liebe Mord
Autor: René Anour
Sprecher: Oliver Erwin Schönfeld
Verlag: Argon
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 604 Minuten, Audio-Download
Autor:
René Anour studierte Veterinärmedizin in Wien, wobei ihn ein Forschungsaufenthalt bis an die Harvard Medical School führte. Während seines Studiums spezialisierte er sich auf Zoo- und Wildtierkrankheiten und «One Health», die Interaktion der Gesundheit von Mensch, Tier und Ökosystem. Für seine historischen Romane wurde er sowohl mit dem Goldenen Homer für den besten deutschsprachigen historischen Roman als auch mit dem Homer Publikumspreis ausgezeichnet. Nun schlägt er mit dem humorvollen Krimi Der Doktor und der liebe Mord schriftstellerisch neue Wege ein.
 
Sprecher:
Oliver Erwin Schönfeld ist freier Schauspieler und Hörbuchsprecher. Mit seinen lebendigen Interpretationen hat er bereits zahlreichen Romanen und Sachbüchern das gewisse spannende Etwas verliehen.

 

DER DOKTOR UND DER LIEBE MORD

 

Severin Herr ist Tierarzt mit Leib und Seele, doch Klienten und Patienten kommen vor allem wegen seines Chefs, der mit seiner medialen Präsenz sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zieht, in die Praxis. Dass hinter den Kulissen alles ganz anders aussieht und sein Vorgesetzter einen noch weitaus unangenehmeren Charakter hat, als Severin ohnehin bereits vermutete, würde ihm vermutlich niemand glauben. Und nun ist er auch noch tot – ein Missgeschick, das Severin unterlaufen ist. Jetzt heißt es handeln: schnell, sauber und mit Bedacht. Nur keinen Fehler machen, keinen Raum für Spekulationen lassen. Der Vorschlag, mit seinen Fähigkeiten ein weiteres Geschäftsfeld zu erschließen, trifft ihn völlig unvorbereitet. Doch bleibt ihm überhaupt eine Wahl?

Von Beginn an wirkt das Geschehen ausgesprochen skurril, in erster Linie natürlich aufgrund der sich bereits in der Kurzbeschreibung andeutenden Ereignisse. Aber auch das gewählte Setting und die bunt zusammengewürfelten Protagonisten, deren Kreis sich stetig erweitert, tragen dazu bei. Dabei fragt man sich durchaus manches Mal, wohin das führen soll und was dem Autor alles einfällt, um mit der nächsten auftretenden Figur gewissermaßen noch eins draufzusetzen. Dennoch besitzt jede Figur ihren ganz eigenen Charme, ganz gleich, auf welcher Seite sie steht, das muss man ihnen zugute halten.

Mit einer ordentlichen Portion Humor und Selbstironie zieht die Geschichte die Hörerschaft rasch in ihren Bann. Mag man anfangs vielleicht noch skeptisch sein und nicht genau wissen, was einen erwartet, weicht dieses Gefühl schon bald echter Begeisterung. Oliver Erwin Schönfeld verleiht der Erzählung mit seiner mitreißenden und lebendigen Interpretation eine besondere Intensität. Dabei entsteht beinahe der Eindruck, selbst Teil des Geschehens zu sein und nur die Hand ausstrecken zu müssen, um Mensch und Tier berühren zu können.

Auch der Spannungsaspekt kommt keineswegs zu kurz, schließlich handelt es sich um einen ausgewiesenen Krimi, in den entsprechende Elemente durchaus einfließen sollten. Große Überraschungen oder spektakuläre Wendungen sind dabei zwar nicht zu erwarten, da der Fokus vielmehr auf dem Zusammenspiel der Figuren und ihren jeweiligen Beweggründen liegt. Dennoch gelingt es dem Autor mit einigen geschickten Kniffen, den Hörer immer wieder kurzzeitig aufs Glatteis zu führen und vermeintlich gefestigte Theorien ins Wanken zu bringen. So entsteht eine kurzweilige, amüsante und zugleich interessante Geschichte, die für mehrere Stunden ausgesprochen gute Unterhaltung bietet.

 
 

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