Rezension

[REZENSION] The Shell House Detectives (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: The Shell House Detectives (OT: THE SHELL HOUSE DETECTIVES)
Autorin: Emylia Hall
Übersetzerin: Sylvia Spatz
Sprecherin: Silke Buchholz
Verlag: DAV
Reihe: Band 1
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 632 Minuten, Audio-Download
Autorin:
Emylia Hall ist Writing Coach lebt mit ihrer Familie in Bristol, wo sie in einem Gartenhaus ihre Bücher schreibt und vom Meer träumt. ›The Shell House Detectives‹ ist ihr erster Kriminalroman und wurde von ihrer Liebe zur wilden Landschaft Cornwalls inspiriert.
 
Sprecherin:
Silke Buchholz absolvierte ihr Schauspielstudium in Köln und war unter anderem am Staatstheater Braunschweig, Residenztheater München, Landestheater Linz, Theater Konstanz, Vorarlberger Landestheater, Bremer Theater, am Saarländischen Staatstheater und am Theater Neumarkt in Zürich engagiert.

 

THE SHELL HOUSE DETECTIVES

 

Seit dem Tod ihres Mannes lebt Ally Bright allein mit ihrem Hund an der Küste Cornwalls. Unter Leute geht sie kaum noch, und ihre Tochter versucht sie schon seit geraumer Zeit zu einem Umzug nach Australien zu bewegen. Als am Fuße der Klippen ein schwer verletzter Mann gefunden wird – mutmaßlich nach einem missglückten Selbstmordversuch –, regt sich etwas in Ally, das sie längst vergessen glaubte. Sie kennt diesen Mann. Er stand nachts vor ihrer Tür, doch sie hat ihn abgewiesen. Nun ist sie mehr als bereit herauszufinden, was wirklich geschehen ist.

Obwohl die Autorin bereits zu Beginn einige Figuren auftreten und Anspielungen gekonnt einfließen lässt, die im weiteren Verlauf noch wichtig werden könnten, startet die Erzählung zunächst recht gemütlich. Fast wirkt es, als sei sie sich selbst noch unsicher über die Entwicklung des Geschehens. Auch manche Figur erscheint ähnlich desorientiert, als müsse sie sich erst noch für eine Richtung entscheiden.

Als nach einer Weile jeder seinen Platz gefunden hat und der Hörer bereits einige wunderbar idyllische Beschreibungen der Gegend genießen durfte, wird das Tempo zwar nur unwesentlich, aber dennoch merklich angezogen und die Spannung erhöht. Schnell wird klar, dass es nicht bloß um das Schicksal des fremden Mannes geht. Die Zusammenhänge sind weitreichender als zunächst angenommen. Doch gibt es tatsächlich überall eine Verbindung – oder möchte man sie nur sehen?

Während der Ermittlungen wird nicht nur die Geschichte vorangetrieben, sondern man erhält auch immer tiefere Einblicke in das Leben der einzelnen Figuren. Und die Erzählung lebt ganz klar von ihren Protagonisten, die unterschiedlicher und gleichzeitig harmonischer kaum sein könnten. Die Autorin behält ihren eher ruhigen Stil bei, holt den Hörer atmosphärisch jedoch absolut ab. Natürlich hat auch Sprecherin Silke Buchholz ihren Anteil daran. Durch ihre Interpretation wird der Hörer so tief in dieses kleine Dorf und seine Gemeinschaft hineingezogen, dass man sich dort beinahe selbst heimisch fühlt.

Fast könnte man meinen, der eigentliche Fall geriete in den Hintergrund. Dem ist allerdings mitnichten so. Vielmehr erschafft Emylia Hall ein Gesamtkunstwerk, bei dem jeder Aspekt von den anderen lebt. Und die Auflösung ist letztlich in mancher Hinsicht doch noch überraschender, als es zu Beginn den Anschein hatte. Ein schöner Auftakt, an den unbedingt angeknüpft werden sollte.

 
 

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