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[REZENSION] Pfeffer, Susan Beth – Die Welt, wie wir sie kannten, Band 1

Susan Beth Pfeffer
Die Welt, wie wir sie kannten
Verlag: Carlsen
409 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3551582181
ISBN-13: 978-3551582188
empfohlenes Lesealter: 12-13 Jahre

“Wenn wir im Supermarkt sind, möchte ich, dass Jonny als erstes in die Haustierabteilung geht”, sagte Mom.
“Jonny, du weißt, was Horton frisst.
Mrs. Nesbitt, vergessen sie nicht die Tampons für Miranda und mich. Ganz viele Schachteln.
Miranda, du gehst zu den Obst- und Gemüsekonserven. Du weißt, was wir mögen.”
“Mom, wir essen kein Dosengemüse”, sagte ich.
“Ab heute schon”, erwiderte sie. “Dosengemüse. Obst. Und Suppen. Jede Menge Dosensuppen. Pack den Wagen so voll du kannst.”
“Was ist hier eigentlich los?” fragte ich. “Kann mir das mal jemand erklären?”
“Das ist nur für den Fall, dass die Welt untergeht”, sagte Jonny.
“Mom möchte, dass wir darauf vorbereitet sind.”

Über die Autorin:

Susan Beth Pfeffer wollte schon in der ersten Klasse Schriftstellerin werden und ist sehr glücklich, dass es geklappt hat. “Die Welt, wie wir sie kannten” erscheint als erstes ihrer Bücher auf Deutsch. Susan Beth Pfeffer liebt Eislaufen, Kino und ungesundes Essen. Sie lebt mit ihren beiden Katzen Emily und Alexander in Middletown, New York.
Klappentext:
Was zählt, wenn jeder Tag der letzte sein könnte?
Was, wenn die Welt über Nacht nicht mehr so ist, wie wir sie kannten?
Gespannt verfolgt Miranda zusammen mit ihrer Familie und der ganzen Straße, wie ein Asteroid auf dem Mond einschlägt. Doch dann verläuft der Abend ganz anders als erwartet: Der Mond wird aus seiner Umlaufbahn geworfen und nichts ist mehr, wie es war. Über Nacht gerät die Welt aus den Fugen; Flutkatastrophen, Erdbeben und extreme Wetterumschwünge bedrohen die gesamte Zivilisation. Und Miranda und ihre Familie müssen lernen, dass bei großen Katastrophen gerade die kleinen Dinge zählen: Feuerholz, Klopapier, eine Dose Bohnen, Aspirin. Und dass sie alle zusammen sind.
Eigene Meinung:
Eigentlich ist “Die Welt, wie wir sie kannten” kein Roman, sondern Mirandas Tagebuch. Wir steigen im Frühling, am 17. Mai, in Mirandas Tagebuch ein, nur wenige Tage, bevor der Asteroid in den Mond einschlägt. Diesem Ereignis fiebern alle entgegen: Miranda bekommt gleich in drei Schulfächern die Aufgabe gestellt, einen Aufsatz über den Mond zu schreiben, und am Abend des bevorstehenden Asteroideneinschlags sitzt Mirandas komplette Nachbarschaft zum Grillen auf der Terasse oder direkt im Freien ausgestattet mit Fernrohren und Ferngläsern. Nach dem Einschlag sind alle schockiert: Der Mond hängt plötzlich so tief, dass er auf die Erde zu fallen scheint. Anfangs versucht jeder Ruhe zu bewahren, aber nachdem nur noch wenige Fernsehsender auf Empfang sind und diese ausschließlich Katastrophen vermelden, werden sich alle dem Ernst der Lage bewusst.
Mirandas Mutter behält in dieser Situation einen überraschend kühlen Kopf und geht am nächsten Tag mit ihren beiden jüngsten Kindern Miranda und Jonny und der Nachbarin Mrs. Nesbitt auf eine exzessive Einkaufstour, bei dem sie das Auto bis in den letzten Winkel mit allem vollladen, was wichtig erscheint: Konserven, Medikamente, Katzenfutter, Wasser, Kerzen, Feuerzeuge, Petroleumlampen und lange Unterwäsche… Moment mal: lange Unterwäsche? Bis zum Winter ist doch alles wieder normal und Mirandas Mutter denkt doch nicht wirklich, dass Miranda lange Unterhosen tragen wird?
Stellenweise wirkt die Geschichte etwas pathetisch, und im Gegensatz zu anderen Familien kommt Mirandas Familie tatsächlich mit einem blauen Auge davon. Aber das geschieht nicht durch ein Wunder, sondern in erster Linie durch den Einsatz der Mutter, die für ihre Kinder kämpft, sogar auf Kosten der eigenen Gesundheit. Sehr packend fand ich die Kritik an den Vertretern der Kirche, die die Gläubigkeit ihrer Gemeindemitglieder zu ihrem Vorteil ausnutzen. Oder die fehlende Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Betroffenen: in dieser Ausnahmesituation ist sich jeder selbst der nächste, nur das Überleben der eigenen Familie zählt!
Wir begleiten Miranda fast ein ganzes Jahr, durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter, das Tagebuch endet mit einem Eintrag vom 20. März. Tatsächlich werden einige Sachen etwas plötzlich vorangetrieben, wie die extremen Auswirkungen aufs Klima, und auch die Wende zum Schluss geschieht recht abrupt. Nur… kann einer von uns beweisen, dass die hier geschilderten Auswirkungen des Asteroideneinschlags übertrieben sind? Dieses Buch ist eine DYSTOPIE, dass uns an Hand einer fiktiven Familie zeigen will, was passieren KÖNNTE, deshalb nehme ich es mir nicht heraus Mängel an übertrieben wirkenden Darstellungen festzustellen, denn ich kann nicht beurteilen, ob es wirklich Übertreibungen sind! Tatsache ist: das Buch zeigt Auswirkungen, die JEDERZEIT JEDEN von uns nach einer Katastrophe treffen könnten. Die Geschichte soll klar machen, dass die Prioritäten nach einer Katastrophe verschoben werden, auch wenn Miranda ab und zu von einem Eis oder Schokolade träumt, weiß sie doch, das Wichtigste in dieser Situation ist es nicht alleine zu sein.

Aufmachung des Buches:
Fand ich das Buch anfangs noch recht schlicht, muss ich nach beendeter Lektüre sagen, dass die Covergestaltung perfekt den Inhalt wiedergibt. Die karge Winterlandschaft, das von der Außenwelt abgeschnittene Haus und der Mond, der scheinbar auf die Erde zu stürzen scheint. Alles grau in grau gehalten, weil die weltweiten Vulkanausbrüche den Himmel verdunkelt haben.
Fazit:
Nach dieser Lektüre macht man sich Gedanken darüber, wie kostbar fließendes Wasser, Strom, mehrere Mahlzeiten am Tag und warme Unterwäsche sind, alles Sachen, die uns selbstverständlich scheinen…
Ein aufrüttelndes, nachdenklich stimmendes Buch, das den Leser durch den gewählten Tagebuchstil direkt am Geschehen teilhaben lässt.
Reihen-Info:
Die Welt, wie wir sie kannten
Die Verlorenen von New York (April 2011)
Band 3 noch ohne Veröffentlichungstermin
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