Rezension

[REZENSION] Todeslüge

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Todeslüge
Autor: Dörte Jensen
Verlag: -/-
Reihe: -/-
Ausführung: eBook, 188 Seiten
Autor:
Moin Leute! Neben den Ostfriesenkrimis aus der Pension FRIESENBRISE schreibe ich auch spannende Thriller, die – wie kann es anderes sein? – vorwiegend an der Nordseeküste und auf den ostfriesischen Inseln spielen. Jeder Roman ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den anderen gelesen werden. Besucht mich doch einfach in meinen Büchern. Ihr könnt mich auch jederzeit über meine Website oder Facebook erreichen. Wir lesen uns.

 

TODESLÜGE

 

Politik ist ein hartes und schmutziges Pflaster. Wie hart, das muss Hermann Spengler am eigenen Leib und mittels eines eindeutigen wie kompromittierenden Videos herausfinden, denn er wird erpresst. Anstatt sich jedoch geschlagen zu geben, setzt er seinen Leibwächter auf die Fährte des Beweisstücks mit der Freigabe, wenn nötig, auch Menschenleben zu opfern. Dabei hat niemand mit der Gegenwehr zweier Frauen gerechnet, die einen Plan schmieden, um den Politiker und seinen Schergen zu überführen. Die Frage, die sich stellt: Handelt es sich um einen mutigen Schachzug oder ein Himmelfahrtskommando?

Kann man alleine durch Einfluss und Geld wirklich die Wahrheit in einer Weise verbiegen, die einem selbst am genehmsten erscheint? Hermann Spengler scheint dieser Auffassung zu sein und handelt entsprechend. Wie es aussieht zumeist mit Erfolg, schließlich bleiben seine Missetaten lange Zeit unentdeckt, und selbst als sie drohen aufs Tapet gebracht zu werden, schafft er es noch immer sich weitestgehend aus der Affäre zu ziehen. Allerdings wird die Luft merklich dünner und schon bald muss er einsehen, dass er nicht mehr eindeutig sagen kann wer auf seiner Seite steht. Erschreckend ist vor allem für den Leser die Erkenntnis, dass es immer Menschen geben wird, die bereit sind über Leichen zu gehen, damit das eigene Ansehen nicht beschmutzt wird. Oft scheint es nur eine Frage der Zeit bis Vertuschungen ans Licht kommen, doch wie hoch ist die tatsächliche Dunkelziffer jener Taten, die unter den Teppich gekehrt und nie entdeckt werden…

Dörte Jensen kreiert ein Szenario, das authentischer vermutlich nicht sein könnte. Sicherlich kommt den Figuren hin und wieder Kommissar Zufall zupass, aber auch dies wird es in der Realität häufiger geben als gedacht. Doch auch wenn man die beiden Freundinnen verstehen kann, ihr Plan den Politiker auf eigene Faust zu Fall zu bringen – oder zumindest seinen Handlanger in eine Falle zu locken – erscheint doch reichlich naiv. Oder haben sie sich etwa abgesichert? Teilweise sind die Charaktere schwer zu greifen, was natürlich in gewisser Weise gewollt ist, sonst könnte man einige Handlungsweisen bereits im Vorfeld vorhersehen, manches Mal hätte man sich dennoch eine etwas tiefgründigere Betrachtung gewünscht.

Nichtsdestotrotz wird der Leser vom Geschehen in den Bann gezogen, denn spannungsgeladene Momente säumen in regelmäßigen Abständen den Weg, dessen Richtung nicht einmal für die Protagonisten konkret absehbar ist. Das Tempo ist von Anfang an rasant gewählt, wodurch sich eine Sogwirkung ergibt, die den Leser immer weiter antreibt, bis man sich plötzlich mitten im Finale wiederfindet. Die Autorin schlägt zum Schluss sogar noch eine Brücke zu anderen Werken aus ihrer Feder. Zwar verstehen diese Anspielung hauptsächlich jene Leser, die in diesem Metier bereits unterwegs waren, dennoch ist es ein schönes Gimmick.

 
 
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