Rezension

[REZENSION] Kompass ohne Norden

Redakteur: Anette Leister

Titel: Kompass ohne Norden (OT: Challenger Deep)
Autor: Neal Shusterman, Brendan Shusterman
Illustrator: Brendan Shusterman
Übersetzer: Ingo Herzke
Verlag: Hanser
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 352 Seiten
Autor:
Neal Shusterman ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Autoren für Kinder und Jugendliche. Er wuchs in Brooklyn auf und studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Kompass ohne Norden basiert auf Shustermans Erfahrungen mit der Schizophrenie seines Sohnes und wurde 2015 mit dem National Book Award ausgezeichnet. Die deutsche Ausgabe erscheint im Herbst 2018 bei Hanser.

 

KOMPASS OHNE NORDEN

 

“Kompass ohne Norden” zu rezensieren, fällt mir nicht leicht.

Für den Autor Neal Shusterman war es eine Herzensangelegenheit dieses Buch, welches sich mit psychischen Erkrankungen befasst, zu schreiben, denn ein sehr guter Freund von ihm ist auf Grund einer psychischen Erkrankung aus dem Leben geschieden und bei seinem Sohn Brendan wurde im Alter von 16 Jahren eine schizoaffektive Störung diagnostiziert (die schizoaffektive Störung ist eine psychische Störung, die sowohl Symptome der Schizophrenie als auch der bipolaren affektiven Störung in sich vereint). “Kompass ohne Norden” trägt also deutlich biographische Züge, da sich der Inhalt sowohl mit Brendans Krankheitsverlauf beschäftigt, als auch damit, inwiefern seine Krankheit Familie und Freunde getroffen hat.
Neal Shusterman gelingt es mit seinem Sohn als Co-Autoren ein Bild der Schizophrenie zu zeichnen, dass man sich auch als Nichtbetroffener ein ungefähres Bild der Krankheit und ihrer Auswirkungen auf den Kranken sowie sein Umfeld machen kann. Untermalt wird das Ganze von Zeichnungen Brendans, die er während akuter Krankheitsphasen angefertigt hat.
Die Geschichte wechselt zwischen dem realen Leben Cadens – dem Protagonisten und Alter Ego Brendans – sowie seiner Gedankenwelt. Im Laufe der Handlung verschwimmen die Grenzen zwischen Sein und Schein immer mehr, und man muss konzentriert lesen, um nicht selbst in dem Strudel unterzugehen, gegen den Caden Tag für Tag kämpft. Ich war überwältigt, wie gut Neal Shusterman Schizophrenie für Außenstehende greifbar gemacht hat!
Genauso wichtig wie das Buch an sich, sind Vorwort und Nachwort des Autors. Genau wie er hoffe ich, dass das Buch viele Leser erreichen wird, um die Gesellschaft mehr und mehr für psychische Erkrankungen zu sensibilisieren.

Warum ich zu diesem Buch gegriffen habe? Neal Shusterman ist ein großartiger Autor, vor allem aber war es das Thema, mit dem ich mich näher auseinandersetzen wollte. Ich selbst habe mal einen Menschen kennengelernt mit Schizophrenie und wäre froh gewesen, ich hätte das Buch von Neal Shusterman und seinem Sohn Brendan bereits zu diesem Zeitpunkt gekannt. Die Freundschaft ist zerbrochen… Der Kontakt hatte mich zu stark belastet. Von daher gilt mein Mitgefühl den Menschen, die an dieser Krankheit leiden, meine Bewunderung all jenen, die Rückhalt bieten und diese Menschen begleiten und stärken, egal, ob es sich dabei um Familie, Freunde oder Ärzte handelt.

 

 

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2 thoughts on “[REZENSION] Kompass ohne Norden

  1. Hallo und guten Tag ,

    keine Geschichte, die so wirklich freue macht will oder tut. Denn auch hier kann es jeden treffen…
    Und deshalb bin ich auch ehrlich, ich weiß nicht, ob ich sowas lesen möchte…

    So das ich mir , Deine Abschlusswort, Anette zumindest im Hinterkopf behalte.

    LG..Karin…

    1. Nein, Freude macht das Buch nicht, und es spendet auch nicht wirklich Trost, wenn man weiß, dass es anders laufen kann als bei Caden/Brendan.
      LG Anette

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