Film-Rezension, Rezension

[REZENSION] The Hate U Give (Film + Buch)

Redakteur: Anette Leister

Titel: The Hate U Give
Regie: George Tillman Jr.
Darsteller: Amandla Stenberg, Russell Hornsby, Regina Hall, Common, Anthony Mackie, Issa Raeu.a.
Studio: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Reihe: -/-
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 133 Minuten

 

 

Titel: The Hate U Give
Autor: Angie Thomas
Übersetzer: Henriette Zeltner

Verlag: cbj
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren

Ausführung: Hardcover, 512 Seiten
Autor:
Angie Thomas ist in Jackson, Mississippi, aufgewachsen und lebt auch heute noch dort. Als Teenager tat sie sich als Rapperin hervor; ihr ganzer Stolz war ein Artikel im »Right-On! Magazine«. Thomas hat einen Bachelor-Abschluss im Fach Kreatives Schreiben an der Belhaven Universität. Ihr preisgekröntes Debüt »The Hate U Give« erntete ein überschwängliches Presse- und Leserecho und schaffte es auf Anhieb auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste. Der Roman wurde 2018 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und mit der »Hunger-Games«-Darstellerin Amandla Stenberg in der Hauptrolle verfilmt.

 

THE HATE U GIVE

 

Anlässlich der Verfilmung von “The Hate U Give” wollte ich das Buch noch einmal kurz Revue passieren lassen und einen kurzen Vergleich zwischen den beiden Medien anstellen.

Angie Thomas beschreibt sehr realistisch den Rassismus in den USA anhand der Geschichte von Starr, die in einem schwarzen Viertel aufwächst, gleichzeitig aber auch auf eine weiße Schule geht.
Da Angie Thomas eigene Erfahrungen und Erlebnisse in dieser Geschichte verarbeitet hat, ist sie bedrückend realistisch und spiegelt die leider immer noch aktuelle politische Situation und soziale Kluft zwischen weißen und schwarzen Bewohnern von Nordamerika eindrücklich wider.

Starr muss nach einer Party den Mord an ihrem Freund Khalil erleben. Die beiden kommen in eine Polizeikontrolle. Der Streifenpolizist fühlt sich durch Khalil bedroht. Als dieser sich ins Innere des Autos beugt, um seine Freundin Starr zu beruhigen und dabei nach einer Bürste greift, feuert der Polizist mehrere Schüsse ab, woran Khalil letztendlich stirbt.
Angie Thomas wirft durch dieses Szenario brisante Fragen auf. Hätte der Polizist bei einem Weißen genauso reagiert? Und vor allem: Wie hätte die Gesellschaft reagiert, wenn dieser “Unfall” das Leben eines Weißen gekostet hätte? Khalil wird auf seine Drogengeschäfte reduziert, die er für den Anführer der “King Lords” im schwarzen Viertel durchgeführt hat, um Geld für seine Familie zu verdienen.
Ein sehr interessanter Aspekt der Geschichte ist, dass Rassismus nicht nur so offensichtlich dargestellt wird, wie bei der Ermordung Khalils, sondern innerhalb der Freundschaft Starrs mit ihren Klassenkameradinnen als Alltagsrassismus, den jeder von uns auch bei sich selbst hinterfragen sollte.
Im Falle Khalils sehen alle den Polizisten als Opfer, und Starr wird als Werkszeug einer Maschinerie benutzt, um ihrem toten Freund eine Stimme zu geben. Dabei wird ihr beinahe zu spät klar, dass Zusammenhalt viel wichtiger ist als Kampf.

Im Gegensatz zum Buch hätte die Beziehung und der immer offensichtlich hervortretende Rassismus von Starrs Freundin Hailey noch stärker herausgearbeitet werden können, das ist im direkten Vergleich zum Buch schon mein einziger und wirklich kleiner Kritikpunkt. Denn für den im Vergleich zum Buch beschränkten Raum, den eine Verfilmung bietet, wurden alle Figuren sehr gut und nachvollziehbar dargestellt.

Die Verfilmung ist sehr dicht am Buch. Die Rollen wurden optimal besetzt. Starrs Freund Chris ist optisch ein Sinnbild für das Klischee, welches man von einem weißen Collegeschüler hat. Im Gegensatz zu Hailey steht er jedoch voll und ganz hinter seiner Freundin und hält den Zuschauern auf seine Art und Weise einen Spiegel vor, welche Vorurteile durch die reine Beurteilung von Äußerlichkeiten entstehen können.
Neben Amandla Stenberg, die unter anderem für ihre Rollen aus “Die Tribute von Panem” als Rue oder “Du neben mir” bekannt ist, haben mich vor allem Anthony Mackie als King – Anführer der King Lords – und Russell Hornsby als Starrs Vater beeindruckt. Allerdings kann ich nicht sagen, dass mich irgendeine Besetzung enttäuscht hätte. Man hat durchgehend das Gefühl, alle Macher hinter dem Film kannten das Buch, haben eng mit Angie Thomas zusammengearbeitet und sich intensiv mit den Figuren der Geschichte auseinandergesetzt.

Für mich sind beide Medien, sowohl das Buch als auch der Film, absolut empfehlenswert! Gerade was das Thema Alltagsrassismus angeht, funktioniert die Geschichte auch außerhalb der USA.

 

 

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