Rezension

[REZENSION] Der Tote im Schnitzelparadies

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Tote im Schnitzelparadies
Autor: Joe Fischler
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Reihe: Arno Bussi 1
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten
Autor:
Joe Fischler, geboren 1975 in Innsbruck, arbeitete nach einem Studium der Rechtswissenschaften einige Jahre im Bankwesen. 2007 machte er sich als Blogger und Autor selbstständig. Mit »Veilchens Winter«, dem ersten Teil seiner Reihe rund um Valerie »Veilchen« Mauser, legte Fischler 2015 ein fulminantes Debüt als Krimiautor vor. »Die Toten vom Lärchensee« ist der zweite Teil seiner Krimireihe rund um den so liebenswerten wie stets unglücklich verliebten Inspektor Bussi. Der passionierte Bergwanderer und Musiker Fischler lebt in der Nähe von Innsbruck.

 

DER TOTE IM SCHNITZELPARADIES

 

Wenn man die Finger nicht von den Frauen lassen kann, und dann auch noch von solchen, die mit einflussreichen Männern verheiratet sind, darf man sich nicht wundern, wenn plötzlich eine Strafversetzung erfolgt. Dennoch staunt Arno Bussi nicht schlecht, als er sich – anstatt seine Karriere in höheren Gefilden fortzusetzen – im tiefsten Tirol wiederfindet. Viel hat Hinterkitzlingen zunächst nicht zu bieten, doch bald kommt es knüppeldick. Ein abgetrennter wie tiefgefrorener Kopf im Schnitzelparadies, ein unglaubliches Unwetter und – natürlich – die Frauen…

Ähnlich locker wie Bussis Schwäche für und Einstellung zu schönen Frauen, kommt auch die atmosphärische Darstellung daher. Wäre da nicht der Kopf des Bürgermeisters in der Tiefkühltruhe und das düstere Unwetter, wodurch ganz Hinterkitzlingen vom Rest der Welt abgeschnitten wird, könnte man meinen dem Idyll stünde nichts im Wege. Aber natürlich sind weder Hauptprotagonist noch Leser aus Spaß an der Freude vor Ort, vielmehr gilt es ein Gewaltverbrechen aufzuklären. Dies jedoch gestaltet sich zunehmend schwieriger. Nicht nur, dass eine höhere Gewalt zuschlägt und den Weg für Unterstützung abschneidet, darüber hinaus blockieren und behindern auch Dorfbewohner Bussis Bemühungen. Dass er auf Grund der Umstände seine mitunter flapsige Art nicht ablegt scheint reiner Selbstschutz zu sein. Die Gefahr, dass dies auch schnell als Arroganz gewertet werden kann, ist allerdings nicht von der Hand zu weisen.

Nüchtern und ab vom humoristischen Aspekt betrachtet, fehlt es dem Geschehen jedoch leider an Spannungselementen. Die Handlung als solche wird zwar nicht stringent verfolgt, stiftet aber zugleich auch nicht ausreichend Verwirrung, als dass man aufs Glatteis geführt werden würde. Entsprechend deutlich und eindeutig zeichnet sich der weitere Verlauf ab, viel Raum für eigene Überlegungen bleibt nicht. Potential für mehr wäre durchaus vorhanden gewesen, so aber bleibt ein mittelmäßiger Eindruck zurück.

Joe Fischler, bekannt und beliebt durch seine „Veilchen“-Reihe, wagt sich mit Inspektor Bussi auf schwieriges Terrain, das Chancen und Risiken birgt. Es ist ein wahrlich schmaler Grat, auf dem er wandelt. Die Grenzen zwischen Höchstleistungen und tiefem Fall sind nahezu fließend, der Leser allein entscheidet welche Option für ihn zutrifft.

 
 
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