Rezension

[REZENSION] Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough

Redakteur: Anette Wolf

Titel: Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough (OT: Les riches heures de Jacominus Gainsborough)
Autor und Illustrator: Rébecca Dautremer
Übersetzer: Eva Moldenhauer

Verlag: Insel
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren

Ausführung: Hardcover, 56 Seiten
Autor und Illustrator:
Rébecca Dautremer, 1971 in den französischen Alpen geboren, hat an der ècole nationale supérieure des Arts Décoratifs grafische Gestaltung studiert und hegt eine Leidenschaft für Fotographie. 1996 veröffentlichte sie ihr erstes Kinderbuch, auf das weitere Erfolge wie L’Amoureux, Prinzessinnen und die Koproduktion Die Bibel mit Philippe Lechermeier folgten.

 

DAS STUNDENBUCH DES JACOMINUS GAINSBOROUGH

 

Dieses großformatige Bilderbuch beeindruckt mit wunderschönen Illustrationen, die manches Mal in ihrer Detailliertheit und Opulenz an Gemälde erinnern.
Es erzählt tiefgründig und poetisch aus dem Leben des Jacominus Gainsborough, eben ein “Stundenbuch”.

Sowie der Titel eher nicht dem alltäglichen Sprachgebrauch zuzuordnen ist, so ist dies auch häufiger beim begleitenden Text der Fall. Nicht nur aus diesem Grund tue ich mich schwer dieses Buch als Kinderbuch einzuordnen.
In meinen Augen ist es was Inhalt und Text angeht eher ein Buch für erwachsene Leser. Der Text setzt zum einen voraus, dass man zwischen den Zeilen lesen kann, da er zeitweise eher stockend und sprunghaft die Illustrationen begleitet. Zum anderen einen guten Wortschatz, da die Sprache anspruchsvoll und gehoben ist.
Zudem sind die Themen nur bedingt für jüngeres Publikum geeignet. Wie jedes Leben wird auch das von Jacominus Gainsborough von Verlust und Tod begleitet, unter anderem spielen Krankheiten oder Krieg eine Rolle in seinem Leben. Dementsprechend wirken einige Bilder in diesem Buch recht düster und bedrückend, da die angesprochenen Themen natürlich auch visuell umgesetzt werden.
Noch besser als die gemäldeartigen großformatigen Illustrationen, haben mir jene Seiten gefallen, die wie Fotowände in einem Haus anmuten und ganz unterschiedliche Eindrücke und Momentaufnahmen aus dem Leben des Protagonisten präsentieren.

Empfehlenswert auf jeden Fall für Liebhaber besonders schön gestalteter Bücher, ist es für mich kein Buch, das (unbegleitet) in die Hände von Kindern gehört. Tatsächlich denke ich, dass das Buch Kindern selbst dann nicht zusagt, wenn sie es gemeinsam mit Erwachsenen lesen und darüber diskutieren.
Die Bilder hingegen werden eher auf Liebe stoßen, insofern die tierischen Charaktere den Kindern zusagen – nicht alle Wesen sind so niedlich in ihrer Darstellung wie der Hase Jacominus – da es auf den Bildern sehr viele Details und die unterschiedlichsten Darsteller zu entdecken gibt.

Das Leben Jacominus Gainsboroughs ist ein Leben wie jedes andere und wie jedes Leben etwas Besonderes.
Für Erwachsene ist seine Geschichte berührend und beeindruckend und bietet Lesestunden für mehr als eine Begegnung, da es in den Illustrationen unheimlich viel zu entdecken gibt und auch der begleitende Text viele Informationen rund um den Protagonisten bereithält.

 
 
MUSS ICH HABEN!

 

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2 thoughts on “[REZENSION] Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough

  1. Hallo liebe Anette,

    O.K. und um es auf den Punkt zu bringen nicht alles was im ersten Moment niedlich ist….ist auch für Kinderaugen bestimmt……was in diesem Fall sicherlich zutreffen mag…..

    Danke für das Vorstellen wie immer..LG..Karin..

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