Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Das Grab im SandAutor: Joachim F. Kuck
Verlag: Rowohlt
Reihe: Mörderney 2
Ausführung: Taschenbuch, 352 Seiten


DAS GRAB IM SAND
Nachdem im Winter der älteste Inselbewohner ermordet wurde, trifft es kurz vor Ostern den ärmsten. Und doch hatte dieser die Taschen voller Geld, jedoch nicht in aktueller Währung. Die Mordkommission sieht keine großen Erfolgschancen was den Abschluss des Falls angeht. Aber Tilla Flock ist fest entschlossen, diese unsägliche Tat aufzuklären, zur Not auf eigene Faust – und selbstredend mit Hark Herkforth an ihrer Seite.
Die Fähigkeiten des seltsamen, chaotischen und gleichzeitig sich ergänzenden Gespanns aus Journalistin und Pfarrer durfte man bereits in „Der tote Wattführer“ kennenlernen. Nun, einige Wochen später, stehen sie vor einem neuen Rätsel. Auf der Insel selbst ist niemand so richtig begeistert von den eigenmächtigen Ermittlungen, als Leser begrüßt man den Tatendrang der Protagonisten aber natürlich allemal. Die aufgeladene Atmosphäre springt auch sogleich über und man spürt, dass mehr als nur ein Geheimnis gelüftet werden wird.
Kurze Rückblenden deuten an, dass die aktuellen Ereignisse mit solchen in der Vergangenheit verknüpft sind. Auf welches Jahr oder was genau sich der Zusammenhang bezieht, wird jedoch gekonnt verschleiert. Somit erhält der Leser zwar weiterführende Hinweise, die zu knacken allerdings eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Ähnlich wie Tilla und Hark findet man sich häufig in Sackgassen wieder, wodurch eine Neuausrichtung, sowie ein wacher und frischer Blick dringend notwendig sind.
Neben dem spannungsgeladenen Geschehen, das einige Überraschungen bereithält, legt der Autor erneut besonderen Wert auf die Darstellung der Charaktere. Vor allem die beiden Hauptfiguren stehen dabei im Fokus. Schön ist hier, dass keine ungewöhnliche oder unrealistische Weiterentwicklung erfolgt, sondern vielmehr alles in kleinen Schritten vonstatten geht. So wie es in den meisten Fällen schlichtweg auch ist. Dadurch wirken sie umso nahbarer und authentischer, und man schließt sich gerne an – auch sehenden Auges dem tosenden Sturm entgegen.
Der zweite Band steht dem oben genannten Auftakt in nichts nach. Und auch wenn der große Knall am Schluss ein bisschen hektisch ausfällt, so trübt dies nicht das Lesevergnügen.

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