Rezension

[REZENSION] Die Perlenspinne

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Perlenspinne
Autorin: Annette Roeder
Verlag: Knesebeck
Reihe: Frag Philomena Freud 1
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 272 Seiten
Autorin:
Als Annette Roeder 1968 auf die Welt kam, fiel die erste Schneeflocke des Jahres. So erzählt es ihre Mutter. Von ihr hat sie den Spaß an gut erdachten Geschichten, aber auch die Liebe zu Farben, Tieren und Antiquitäten. Was lag da näher, als nach dem Architekturstudium Schriftstellerin zu werden? Die Autorin von über 35 Büchern lebt mit Hund und Kind in einem über 100 Jahre alten Haus bei München.

 

DIE PERLENSPINNE

 

Philomena Freud ist nicht nur für ihre Schuhputzdienste bekannt, sondern auch nie um kluge Ratschläge oder freche Sprüche verlegen. Befreundet mit einem echten Wachtmeister und dennoch auf der Hut vor dem Gesetz, denn zurück ins Waisenhaus will sie keinesfalls. Als die Baronin Wallersee ermordet und ihr Mündel der Tat bezichtigt wird, ahnt Philomena sofort, dass es sich hier um ein Komplott handelt. Sogleich begibt sie sich auf Spurensuche – und in Gefahr.

„An dieser versperrten Tür, so kurz vor dem Ziel, ging ihr auf, wie weit sie gegangen war. Nicht nur im wörtlichen Sinn. […] Aber jetzt war sie im Begriff, in die geschlossene Abteilung einer privaten Nervenheilanstalt einzudringen, um eine geständige Mörderin aufzusuchen und an dieser einen Versuch durchzuführen. Wenn Wachtmeister Wachs und August gewusst hätten, was sie vorhatte, die hätten sie gleich selbst hier einweisen lassen.“ (S.125)

Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, muss man wohl manches Mal zu unkonventionellen Mitteln greifen. Zumal, wenn man auf Grund von Bauchgefühl und Indizien handelt, denn auf Grund konkreter Beweise. Philomena schreckt vor nichts zurück, um die Gerechtigkeit wiederherzustellen. Dabei begibt sie sich in äußerst zweifelhafte Situationen, die viel Mut und vielleicht sogar ein kleines bisschen Wahnsinn erfordern. Obwohl ihre Schlussfolgerungen absolut logisch erscheinen, ist man als Leser froh, die Wege von außen verfolgen zu dürfen.

Natürlich verläuft nicht alles reibungslos und es kommt mitunter zu herben Rückschlägen, doch Philomena lässt sich nicht unterkriegen. Sie hat ein reines Herz und glaubt daran, dass das Gute das Böse besiegt. Eine absolut sympathische Hauptfigur, die man insgeheim bewundert und anfeuert. Da das Geschehen in Wien um 1922 herum angesiedelt ist, vermag man sich ob der Authentizität der Darstellungen kein Urteil zu erlauben. Jedoch entwickelt sich ein regelrechter Sog, dem man sich kaum entziehen kann.

Ebenso wie die unverkennbaren Gefahren erhöht sich die Spannung kontinuierlich. Über die Vorhersehbarkeit des ein oder anderen Kniffs, den die Autorin gekonnt eingewoben hat, lässt sich sicherlich immer diskutieren. Die Lesefreude vermindert sich dadurch jedoch nicht. In „Die Perlenspinne“ zeigt Philomena Freud welche Fähigkeiten in ihr stecken, man darf auf weitere Abenteuer gespannt sein.

 
 

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