Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Vincent und das Großartigste Hotel der Welt (OT: Vincent and the Grandest Hotel on Earth)Autorin: Lisa Nicol
Übersetzerin: Susanne Hornfeck
Verlag: dtv
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 240 Seiten


VINCENT UND DAS GROßARTIGSTE HOTEL DER WELT
Vincent wird gleich in seinen allerersten Stunden als Schuhputzer ein Job im Großartigsten Hotel der Welt angeboten. Er sieht dies ganz klar als Bestätigung, dass der Schuhputzkasten seines Opas wahrhaftig Zauberkräfte besitzt. Sein Leben ändert sich von einer Sekunde auf die andere als er die unglaublichsten Dinge erlebt, an einem Ort, an dem scheinbar keine Wünsche offen bleiben. Dass man trotz allem für sein Handeln Verantwortung zu tragen hat, ist Vincent zwar schon immer klar gewesen, dennoch manövriert er sich in eine unschöne Lage, die es letztlich zu meistern gilt. Ob ihm dies gelingen wird?
Das Großartigste Hotel der Welt lässt keine Wünsche offen. Egal, ob es sich um Fortbewegungsmittel, exotische Tiere oder um normalerweise unerreichbare Erlebnisse handelt – um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Gleichzeitig wird aber schnell deutlich, dass sämtliche Annehmlichkeiten eigentlich nur einem Zweck dienen: sich auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist. Dies ist natürlich für jeden individuell, weshalb es im Hotel auch so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, diesen Zustand herzustellen.
„[…] aber das liegt daran, dass wir den Fehler machen, Großartiges mit Größe und mit Luxus zu verbinden. Dabei hat das wahr-r-rhaft Großartige weder mit dem einen noch mit dem anderen zu tun, sondern mit der Besänftigung der Seele.“
Aber es geht auch um Freundschaft, Familie und Zusammenhalt. Mal steht der eine Aspekt im Vordergrund, mal der andere. Und dennoch ist es ein Zusammenspiel aus allem, was das Buch zu etwas besonderem macht. Es ist einerseits heiter, andererseits aber auch ernsthaft, und verströmt eine absolut magische Atmosphäre. Man möchte es in einem Rutsch durchlesen, möchte aber gleichzeitig nicht, dass es endet. Ein Dilemma, vor dem auch Vincent gewissermaßen steht, wenn auch in schwerwiegenderer Form.
Mit den kurzen Vorbemerkungen, die der Geschichte vorangestellt sind, hat die Autorin sich allerdings nicht unbedingt einen Gefallen getan. Die ein oder andere Figur wirkt dadurch zunächst wenig sympathisch. Überhaupt hat man das Gefühl, hier auf diverse Klischees zu treffen, denen man ungern über die gesamte Distanz begegnen würde. Die Sorge kann zwar relativ schnell entkräftet werden, der kleine Dämpfer zu Beginn gerät dennoch nicht völlig in Vergessenheit.
Während der Lektüre vergisst man komplett, dass es sich hier um ein Buch für Leser und Leserinnen ab 10 Jahren handelt. Kindgerecht gestaltet, aber definitiv für alle Altersklassen zu empfehlen. Jeder wird sich in einer der zahlreichen Figuren wiedererkennen.

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