Rezension

[REZENSION] Mord nach Schnittmuster

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mord nach Schnittmuster
Autorin: Birgit Körner
Verlag: Emons
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 272 Seiten
Autorin:
Birgit Körner, Jahrgang 1971, liebt das kreative Schaffen – egal, ob beim Nähen oder beim Schreiben. Mit ihren Kurzgeschichten hat sie bei Wettbewerben bereits Preise gewonnen. Sie lebt und arbeitet im Großraum Stuttgart.

 

MORD NACH SCHNITTMUSTER

 

Hanna Schmidt wusste genau wie sie Kreativität und Leidenschaft verbinden musste, um weit oben auf der unternehmerischen Erfolgswelle zu surfen. Und nun liegt sie tot im Keller ihres Ladens. Ist die reale sowie digitale Welt des Nähens womöglich nur nach außen hin ohne Fehl und Tadel? Sah sich ein Konkurrent oder eine Konkurrentin seiner oder ihrer Existenz bedroht? Oder ist das Motiv doch im eher überschaubaren privaten Bereich der Toten zu suchen? Kommissar Martin Leitner hat alle Hände voll zu tun, um den Faden nicht zu verlieren …

Die Näh-Hacks, die ein jedes Kapitel einleiten, wirken jedes Mal wie ein kleiner Ruhepol, bevor das Geschehen sich weiterentwickelt. Nützlich sind sie jedoch hauptsächlich für Kenner, denn viele Fachbegriffe hat man noch nie gehört, wenn man sich nicht wenigstens ein bisschen mit dem Nähen beschäftigt hat. In dem Fall geht es dem Leser wie den Kommissaren, die sich hin und wieder außerhalb einer Blase wähnen, zu der ihnen der Zugang verwehrt wird.

Die Suche nach dem Motiv gestaltet sich eher schwierig. Mühsam wird mal diese mal jene Richtung verfolgt, einen konkreten Durchbruch gibt es jedoch nicht. Der Leser ahnt, dass noch einiges unter der Oberfläche brodelt, tatsächlich belegbare Theorien gibt es dafür allerdings nicht. Während die Ermittlungen sich in die Länge ziehen, lernt man einiges über die Kommissare selbst, ihre Eigenschaften und ihr Privatleben. Letzteres dominiert ein bisschen zu sehr, gerade bei Martin Leitner. Es wirkt als würde eine Nebenbaustelle benötigt, weil der Fall nicht so recht in Fahrt kommt.

Der Krimi weist Höhen und Tiefen auf. Es gibt durchaus spannende Passagen, die die Handlung in Schwung bringen und mit interessanten Ergebnissen aufwarten können. Dann aber gibt es auch solche Sequenzen, die den Fokus zu sehr auf den leitenden Ermittler und seine Befindlichkeiten legen. Dieser Aspekt überlagert immer wieder den eigentlichen Plot, der dadurch in den Hintergrund gerät. Ein besseres Verhältnis der beiden Elemente hätte der Geschichte gutgetan.

 
 

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