Rezension

[REZENSION] Pina fällt aus

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Pina fällt aus
Autorin: Vera Zischke
Verlag: List
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 304 Seiten
Autorin:
Vera Zischke wurde 1980 im Rheinland geboren und ist ausgebildete Journalistin. Sie schreibt tagsüber für die Zeitung, nachts Romane und bezeichnet das als Glück. Sie behauptet, alles in ihren Geschichten sei wahr, nur die Figuren seien erfunden. Ihr Debütroman Ava liebt noch wurde tausendfach auf Social Media empfohlen und so zum geheimen Bestseller. Auf Instagram schreibt sie unter @verazischke über ihr Leben als »Tired Writing Mom«, manchmal auch über pflegende Elternschaft. Vera Zischke ist Mutter eines autistischen Kinds und lebt mit ihrer Familie im Ruhrgebiet.

 

PINA FÄLLT AUS

 

Pina ist immer da. Sie kümmert sich liebevoll um ihren Sohn Leo, der in seinem eigenen Rhythmus lebt und klare Strukturen braucht. Als Pina zusammenbricht und im Krankenhaus landet, gerät plötzlich alles durcheinander. Die Bewohner der Hansastraße 22 sehen sich einer Herausforderung gegenüber, um die sie nicht gebeten haben, und mit der sie nie hatten konfrontiert werden wollen. Es müssen jedoch alle an einem Strang ziehen, wenn sie die Situation meistern und gemeinsam wachsen wollen – auch Leo.

Vera Zischke bringt in ihrem Roman Charaktere zusammen, die auf den ersten Blick grundverschieden erscheinen. Blickt man jedoch hinter die Maske eines jeden einzelnen, so lassen sich immer mehr Gemeinsamkeiten feststellen. Zunächst stecken alle tief in der Rolle, die sie sich zumeist selbst auferlegt haben. Mit der Zeit aber bröckeln die Fassaden und es tritt eine unerwartete Vielschichtigkeit zutage.

Feinfühlig, empathisch und dennoch mit absoluter Klarheit hält die Autorin der Gesellschaft den Spiegel vor. Niemand sollte sich scheuen dort hineinzublicken, denn dies ist immer eine Chance, eventuell falsch gewählte Abzweigungen zu erkennen und den Weg zu korrigieren. Es geht um das Miteinander, um Individuen, um Persönlichkeiten, um Ausgrenzung, um Zusammenhalt – und so vieles mehr.

In „Pina fällt aus“ wird eine warmherzige Geschichte erzählt, die den Leser von der ersten Seite an packt. Einmal begonnen, kann man das Buch nicht aus der Hand legen. Ein wenig fühlt es sich an wie das Einlassen auf ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Während der Lektüre werden sämtliche Emotionen, positive wie negative, angesprochen. Denn trotz allem zeichnet Vera Zischke kein ausschließlich rosarotes Bild und verschleiert schwierige Gegebenheiten nicht.

Ein ganz wundervolles Werk, das viel Lob und Beachtung verdient. Noch lange nach dem Lesen klingen Worte und Gefühle nach.

 
 

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