Rezension

[REZENSION] Eine Maus namens Merlin (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Eine Maus namens Merlin (OT: Sipsworth)
Autor: Simon Van Booy
Übersetzerin: Dorothee Merkel
Sprecherin: Frauke Poolman
Verlag: Argon
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 395 Minuten, Audio-Download
Autor:
Simon Van Booy ist ein vielfach ausgezeichneter Bestsellerautor. Er hat für die New York Times, die Financial Times, die Washington Post und die BBC geschrieben. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und sind verfilmt worden. Aufgewachsen im ländlichen Nordwales, lebt er in New York, wo er auch als Lektor und ehrenamtlicher Notfallsanitäter tätig ist.
 
Sprecherin:
Frauke Poolman stammt aus einer niederländischen Theaterfamilie und arbeitet in der fünften Generation als Schauspielerin. Schon mit sechs Jahren stand sie für einen Kinofilm vor dem Mikrophon und synchronisierte die ersten Takes. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Theaterhochschule »Hans Otto« in Leipzig wurde sie Ensemblemitglied an diversen Spielstätten in Deutschland. Schon während ihrer Theaterzeit arbeitete sie für Hörspielproduktionen und als Synchronsprecherin. Mitte der 1990er wurde die Stimme ihr Schwerpunkt. Sie ist heute als Sprecherin von Features, Hörspielen und Hörbüchern bekannt sowie als Erzählerin und Kommentatorin vieler Fernseh- und Spielfilmdokumentationen. Seit 2006 unterrichtet Frauke Poolman an der Otto-Falckenberg-Schule in München Mikrofonsprechen.

 

EINE MAUS NAMENS MERLIN

 

Nach sechs Jahrzehnten kehrt Helen in ihren Geburtsort zurück und wartet darauf, dass ihr Leben endet und sie endlich wieder mit ihren Lieben vereint sein kann. Ihre Tage verlaufen monoton, vor allem aber verbringt sie sie freiwillig und gerne allein. Als plötzlich eine kleine Maus in ihr Leben tritt, überlegt Helen fieberhaft, wie sie den unerwünschten Eindringling wieder loswerden kann. Dabei wurde bereits beim ersten Kontakt eine Veränderung angestoßen, die ihren ganz eigenen Verlaufsvorstellungen unterliegt …

Allein der Titel und das Cover sind schon derlei herzerwärmend, ohne auch nur ein Wort gelesen oder gehört zu haben, als dass man sogleich bereit ist, sich dem Werk hinzugeben. Obgleich Helen keinerlei Beziehung zu Nachbarn oder anderen Mitmenschen aufbauen möchte, erhält man als Hörer einen recht umfassenden Einblick in ihre Gedankenwelt. Sicherlich zunächst nur bruchstückhaft, aber im weiteren Verlauf entwickelt sich ein teilweise erwartetes, teilweise aber auch sehr überraschendes Gesamtbild.

Simon Van Booy erzählt mit einer solchen Leichtigkeit, dass man sich zeitweise sogar wie entrückt fühlt. Gespickt mit zahlreichen Anekdoten aus dem Leben der Hauptprotagonistin werden eine Vielzahl an Themen behandelt. Dabei findet keinerlei Gewichtung statt, ganz gleich ob es sich um ernsthafte und belastende oder eher behagliche Aspekte handelt. Jedes einzelne Element ist wertvoll und relevant, und lässt den Hörer ein ums andere Mal kurz innehalten und schmunzeln.

Nicht nur einzelne Szenen, sondern das gesamte Konstrukt strahlt von innen, auch wenn Helen von Zeit zu Zeit ziemlich grummelig daherkommt. Je weiter das Geschehen voranschreitet, desto stärker wird der Wunsch, die Geschichte käme niemals zu einem Ende. Aber wer weiß, vielleicht geschieht dies ja sogar, schließlich ist vieles möglich und der Kraft der Gedanken ist sowieso keine Grenze gesetzt.

„Eine Maus namens Merlin“ nimmt den Hörer gefangen, nicht zuletzt durch die großartige Interpretation Frauke Poolmans, die immer die richtige Stimmung trifft. Ein wunderbar empathischer und entschleunigender Roman, der allerlei Botschaften zu übermitteln hat, ohne dabei überladen zu wirken. Eine ganz zauberhafte Grundidee, grandios umgesetzt, eine absolute Empfehlung.

 
 

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