Rezension

[REZENSION] Zaubern verboten!

Redakteur: Kerstin Kruse

Titel: Zaubern verboten!
Autorin: Anna Böhm
Illustratorin: Susanne Göhlich
Verlag: Oetinger
Reihe: Emmi & Einschwein 7
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hardcover, 224 Seiten
Autorin:
Anna Böhm ist 1975 in Berlin geboren. Sie hat am Theater gearbeitet, Drehbuch studiert und zahlreiche Hörspiele und Kinderbücher geschrieben, unter anderem die „Emmi & Einschwein“-Reihe bei Oetinger.
 
Illustratorin:
Susanne Göhlich, geboren 1972 in Jena, begann neben ihrem Studium der Kunstgeschichte in Leipzig zu zeichnen. Als Illustratorin arbeitet sie für verschiedene Kinder – und Schulbuchverlage.

 

ZAUBERN VERBOTEN!

 

Ein neues fabelhaftes Abenteuer mit Emmi und Einschwein aus Wichtelstadt! Dort stimmt dieses Mal irgendetwas mit der Magie nicht… Die Fabelwesen haben ihre Kräfte nicht mehr unter Kontrolle und um dem Chaos Einhalt zu gebieten, verhängt die Bürgermeisterin von Wichtelstadt kurzerhand ein Zauberverbot. Nur das kleine fliegende Ferkel Pigilino darf weiterhin seine Magie nutzen, weil es scheinbar ein Alleskönner ist, dem nichts misslingt. Doch Emmi und Einschwein wollen natürlich herausfinden, was die Ursache der unzauberhaften Probleme ist und hoffen, die Antwort in einem allwissendem Buch zu finden. Aber das ist plötzlich auch noch verschwunden! Wer oder was steckt hinter all diesen mysteriösen Vorgängen?

Wie Emmi und Einschwein die Lösung des Rätsels finden, erzählt Anna Böhm wieder einmal auf fabelhafte und (trotz Zauberverbot) zauberhafte Weise. Dieses Buch ist bereits der siebte Band der Einschwein-Reihe, lässt sich aber auch als Neuling in Wichtelstadt problemlos lesen. Doch noch besser ist es sicher, wenn man schon etwas mit Einschweins Welt vertraut ist, da man so einige Anspielungen auf vorherige Geschichten einfacher versteht und sich über ein Wiedersehen mit altbekannten Figuren freuen kann.

Die Charaktere hat Anna Böhm wie immer sehr liebevoll und einfallsreich gestaltet. Wie gerne hätte ich selbst so ein verrücktes Fabelwesen, sei es eine hilfreiche Wisch-und-Waschbärin, eine Kuchenhäsin oder ein Häkeltroll! Bei den ganzen lustigen Gestalten sollte jeder seinen oder ihren Liebling finden können und für Klein und Groß ist es ein fabelhafter (Vor-) Lesespaß. Dabei vermittelt das Buch am Rande auch wichtige Botschaften, zum Beispiel, dass nicht jeder alles können und perfekt sein muss, sondern auf seine spezielle Weise wertvoll ist und man besser den eigenen Gedanken vertrauen sollte, als allzu viel auf das Urteil anderer zu geben. Diese einfühlsame Balance zwischen verrückter Unterhaltung und ernstgemeinten, sozialen Botschaften macht das freche Einschwein zu einem wahren Kinderbuchhelden, das man einfach lieb haben muss.

Was mir an Anna Böhms Schreibstil zudem noch gut gefallen hat, ist die wiederholte Anrede an das Lesepublikum. Egal, ob man das Buch kleineren Kindern vorliest oder ältere Leseratten sich selbst in die Lektüre stürzen: man fühlt sich direkt wie ein Teil von Wichtelstadt und in gewisser Weise als Leser ernst- und wahrgenommen, was gerade für Kinder bei ihren ersten Leseerfahrungen wichtig und motivierend ist.

Obwohl bei Einschweins neuem, aufregenden Abenteuer das Zaubern verboten ist, ist Anna Böhm trotzdem wieder eine zauberhafte Geschichte mit Spaß und Spannung gelungen. Einschwein verzaubert auch ohne Magie und ich finde Wichtelstadt immer noch so fabelhaft wie zuvor! Also: Zaubern verboten, aber Lesen erlaubt (oder sogar geboten ;-))!

 
 

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