Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Das Schweigen der Insel (OT: Koster Morden: Den femte dagen)Autorin: Åsa Hellberg
Übersetzerinnen: Ricarda Essrich / Franziska Hüther
Verlag: Heyne
Reihe: Vega Varg 1
Ausführung: Softcover, 400 Seiten


DAS SCHWEIGEN DER INSEL
Als ein Mord die ansonsten so idyllisch anmutenden Kosterinseln erschüttert, wimmelt es dort schon bald vor Polizei. Der Tote war nahezu jedem bekannt, doch die Umstände seines Ablebens erscheinen nebulös. Als es dann auch noch zu einem Vermisstenfall kommt, bei dem ein Zusammenhang zum Mord nicht ausgeschlossen werden kann, ist die norwegische Polizei als Unterstützung schnell zur Stelle. Vega Varg, die hiesige Ermittlerin, ist froh, dadurch ihren besten Freund Leopold an ihrer Seite zu wissen. Denn scheinbar gibt es sogar eine Verbindung zum Mord an ihrem Ehemann – und der liegt über 20 Jahre zurück.
Das Leben rund um die Kosterinseln wird eindrücklich beschrieben. Das sticht sofort ins Auge und bleibt im Gedächtnis, wodurch das dargestellte Geschehen umso authentischer anmutet. Während man noch einige Umgebungs- und Figurenbeschreibungen erhält, ist das grauenhafte Verbrechen bereits geschehen. Von da an wird es wuselig, und man muss zusehen, den Faden nicht zu verlieren.
Einerseits gibt es zahlreiche Personen, die es im Blick zu behalten gilt, andererseits unterschiedliche Zeitebenen. Wobei die Einblicke in die Vergangenheit – sei es einige Jahre oder auch nur ein paar Tage – in der Regel vor allem dazu dienen, Informationen zu transportieren. Dadurch erhält der Leser einen umfassenderen Überblick über die Situation und kann manche Ereignisse womöglich besser einordnen. Gleichzeitig bedeutet dieser Wissensvorsprung jedoch nicht unbedingt, dass man schneller ans Ziel kommt als die Polizei. Allerdings wird schnell deutlich, dass es definitiv Schnittpunkte, vielleicht sogar -mengen zwischen damals und heute gibt.
Åsa Hellberg gestaltet die Erzählung spannend, mit der ein oder anderen offenen Fragestellung an genau der richtigen Stelle. Dabei entsteht zeitweise der Eindruck, dass das Gesamtgeschehen zu sehr durchstrukturiert sein könnte. Außerdem scheint sie gefühlt allzu viel in diesem Auftaktband unterbringen zu wollen. Es sind schon ziemlich viele Figuren, die überall mitmischen, wodurch eine gewisse Unruhe entsteht. Nichtsdestotrotz ein solider Einstieg in eine neue Reihe für Fans nordischer Spannungsliteratur.

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