Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Die Neue (OT: The New Girl)Autorin: Harriet Walker
Übersetzerin: Violeta Topalova
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 384 Seiten


DIE NEUE
Nach außen strahlt Margot Eleganz, Perfektionismus und Selbstbewusstsein aus. Während sie ihre Elternzeitvertretung selbst auswählt und sich auf die Ankunft ihres Babys vorbereitet, wirkt sie strukturiert und organisiert. Doch in ihrem Inneren kämpfen teils unaussprechliche Ängste und treiben Margot in einen endlosen Strudel aus Paranoia und Unsicherheit. Will ihre Vertretung ihr den Job streitig machen? Wird sie überhaupt für ein Kind sorgen können? Und was haben Internettrolle, ihre ehemals beste Freundin und ein Geheimnis aus der Vergangenheit mit all den aktuellen Ereignissen zu tun?
Von Beginn an wird der Leser hineingezogen in ein fragiles Konstrukt. Dass dieses ordentlich Zündstoff zu bieten hat, ist zunächst nur eine leise Ahnung, die sich nach und nach zur Gewissheit verdichtet. In welche Richtung sich das Geschehen entwickeln wird, bleibt jedoch im Unklaren, zahlreiche Theorien sind denkbar. Entsprechend aufmerksam sollte man während der Lektüre sein, um die geschickt platzierten Hinweise nicht zu übersehen.
Harriet Walker gibt dem Leser bewusst Einblicke in die Gedankenwelten der Hauptfiguren, damit man sich ein eigenes Bild machen kann. Was ist real, was Einbildung, was beruht ausschließlich auf undefinierbaren Ängsten? Das Thema Ängste und Unsicherheiten nimmt viel Raum ein – und das ist auch gut und wichtig, denn dadurch kann sich möglicherweise jeder an einem Punkt mit einer oder mehreren Figuren identifizieren. Aufgrund der Bandbreite an möglichen Anknüpfungspunkten wird sich höchstwahrscheinlich jeder Leser an irgendeiner Stelle wiederfinden.
Gleichzeitig konstruiert die Autorin dadurch einen spannenden, psychologisch dichten Plot, den man streckenweise regelrecht atemlos verfolgt. Hat sich das Gedankenkarussell einmal zu drehen begonnen, hört es so schnell nicht wieder auf. Wenig verwunderlich, dass man daher geneigt ist, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Obwohl das letztendliche Finale im Vergleich zum restlichen Geschehen etwas blass ausfällt, ist „Die Neue“ definitiv eine Empfehlung wert.
Hinweis: Der Titel ist nur noch antiquarisch erhältlich.

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