Rezension

[REZENSION] Tod und kein Erbarmen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tod und kein Erbarmen
Autor: Elias Haller
Verlag: Edition M
Reihe: Erik Donner 7
Ausführung: Taschenbuch, 383 Seiten
Autor:
Elias Haller, Jahrgang 1977, lebt in einer sächsischen Großstadt. Den Zündstoff für seine packenden Thriller bezieht er aus seiner beruflichen Erfahrung mit Rechtsbrechern und deren Opfern. Seine Leidenschaft fürs Schreiben ermöglicht es ihm, kaltblütige Mörder und tragische Helden aufeinander loszulassen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

 

TOD UND KEIN ERBARMEN

 

Selbst bis in ein kleines Dorf im Erzgebirge ist Erik Donners Ruf bereits vorgedrungen. Als der Kriminalhauptkommissar dort eigentlich nur vor der Welt und seinem eigenen Leben Zuflucht suchen möchte, wird er von einer jungen Frau mit einem zehn Jahre zurückliegenden Fall konfrontiert und um seine Mithilfe gebeten. Schroff weist er sie zurück. Am nächsten Tag wird sie tot aufgefunden – und für alle Beteiligten scheint Donner der Hauptverdächtige zu sein. Dummerweise kann er sich an die vergangene Nacht nicht erinnern, zu sehr hat er sein Gehirn mit Alkohol vernebelt, um endlich vergessen zu können.

Dass die Lösung des aktuellen Verbrechens wirklich so einfach sein soll, hält der Leser von Beginn an für ausgeschlossen. Natürlich wäre es theoretisch denkbar, dass Erik Donner sich nicht im Griff hatte, allerdings wirken sämtliche Indizien und Hinweise zu konstruiert, als wolle ihm jemand etwas anhängen. Aber wer? Und vor allem: warum? Schließlich war der Kommissar bis vor Kurzem nie in dem Ort, und selbst jetzt hält er sich dort nicht aus dienstlichen Gründen auf.

Der Leser verfolgt die regelrechte Hetzjagd auf die Hauptfigur mit gemischten Gefühlen. Zugleich gewähren unregelmäßig eingestreute Rückblenden Einblicke in die Ereignisse vor zehn Jahren. Dass ein Zusammenhang zwischen damals und heute besteht, daran gibt es von Anfang an keinen Zweifel. Und auch, dass die Bewohner der eingeschworenen Gemeinschaft weit mehr als nur ein Geheimnis verbergen, scheint offensichtlich.

Der Autor findet eine gute Balance zwischen Vertrautem und Zugänglichkeit: Wer Erik Donner bereits aus den vorherigen Bänden kennt, entdeckt zahlreiche Anknüpfungspunkte, während Neueinsteiger der Handlung ebenso mühelos folgen können. In weiten Teilen gelingt der Spannungsaufbau gut. Häufig endet ein Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger, der erst aufgelöst wird, wenn eines der folgenden Kapitel an denselben Ort und zu den dort handelnden Figuren zurückkehrt. Manche Passagen wirken jedoch auch etwas zäh und zu ausschweifend. Sie schreien förmlich danach, dass es sich um eine bewusst gelegte Finte für den Leser handeln könnte, weshalb man ihnen mit entsprechendem Misstrauen begegnet.

In diesem inzwischen siebten Band der Reihe werden einige schwierige Themen angesprochen, die mit dem gebotenen Respekt behandelt werden. Gleichzeitig ist die Darstellung stellenweise nichts für schwache Nerven. Wer sich jedoch auf die Geschichte einlässt und in sie eintaucht, wird so manches Mal den Atem anhalten. Trotz kleinerer Schwächen ist auch dieser Band ein gelungener Thriller.

 
 

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1 thought on “[REZENSION] Tod und kein Erbarmen

  1. Hallo liebe Christiane,

    grins…..das Cover……genau das Richtige für heiße Tage…..augenzwickern….
    Und die Geschichte weckt auch mein Interesse, deshalb Danke für die Rezi dazu.

    LG…Karin..

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