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[REZENSION] Lamb, Wally – Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Wally Lamb
Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Verlag: Pendo
752 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3866122063
ISBN-13: 978-3866122062

Vor diesem Roman “Die Stunde in der ich zu glauben begann” hatte ich zwar schon von Wally Lamb gehört, aber bisher nichts von ihm gelesen. Ein Fehler, den ich bald beheben werde. Schon lange hat mich ein Roman nicht mehr so gefesselt, dass ich ihn kaum aus der Hand legen mochte!
Erzählt wird die Geschichte von Caelum und seiner Frau Maureen, die im Laufe der Geschichte von Schicksalschlägen schwer getroffen werden. Caelum ist Lehrer an der Columbine Highschool, in der 1999 ein Amoklauf von zwei Schülern stattfand. Caelum ist am 20. April 1999 nicht vor Ort, weil seine Tante in Conneticut einen Schlaganfall erlitten hat, und er ihr einziger lebender Verwandter ist. Kurz darauf verstirbt seine Tante, und er bleibt einige Tage länger auf ihrer Farm als geplant, nur seine Frau Maureen ist noch in Colorado, sie ist Krankenschwester auf der Columbine Highschool und erlebt den Amoklauf direkt mit. Caelum erfährt von dem Vorfall aus dem Fernsehen und eilt nach Hause, so schnell er kann, weil er um das Leben seiner Frau fürchtet. Maureen überlebt zwar das Attentat, aber nach dem Drama von Columbine ist in Caelums und Maureens Leben nichts mehr so wie es vorher war. Maureen behält schwere psychische Schäden, denen sie sich nicht stellen kann und verfällt in eine Medikamentensucht. Immer wieder kommen neue Rückschläge für Caelum und Maureen, und manchmal kann man kaum glauben, dass die beiden noch am Leben festhalten können.
Wally Lamb schafft es meisterhaft den Opfern von Columbine – und nicht nur den Toten! – mit seinem Roman ein außergewöhnliches Denkmal zu setzen. Ich fand es auch sehr gut und mutig von ihm, die Originalnamen von Opfern und Tätern des Amokslaufs beizubehalten.
Desweiteren liefert Wally Lamb ein Stück amerikanische Geschichte der letzten 10 Jahre beim Leser ab: der Wirbelsturm Katrina, 9/11, der Iran-Krieg… alles wird zu einem Netz verwoben und greift mehr oder weniger in Caelums Leben ein.
Das Buch war einfach wunderbar, und lässt einem nicht mehr los. Oft hätte ich mit Caelum weinen können! Die zweite Hälfte des Buches wird zwar etwas ruhiger, weil mehr auf die Geschichte von Caelums Ahnen eingegangen wird, trotzdem blieb ich gefesselt und war auch davon begeistert. Caelums Leben ist von Trauer, Leid und Chaos überschattet – und trotzdem schafft es Wally Lamb uns am Schluss Hoffnung mit auf den Weg zu geben.

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