Rezension

[REZENSION] Das Mädchen, das Weihnachten rettete

Redakteur: Anette Leister

Titel: Das Mädchen, das Weihnachten rettete (OT: The Girl who saved Christmas)
Autor: Matt Haig
Illustrator: Chris Mould
Übersetzer: Sophie Zeitz-Ventura
Verlag: dtv
Reihe: Christmas 2
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten

 

Autor:
Matt Haig, geboren 1975 in Sheffield, hat bereits eine Reihe von Romanen und Kinderbüchern veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden.

 

DAS MÄDCHEN, DAS WEIHNACHTEN RETTETE

 

Der Junge Nikolas aus der Geschichte “Ein Junge namens Weihnacht” ist inzwischen erwachsen, lebt am Nordpol und ist nun als Weihnachtsmann bekannt, der jedes Jahr zur Weihnachtszeit mit Hilfe seiner Weihnachtswichtel die Kinder auf der ganzen Welt beschenkt.
Darunter befindet sich auch das Mädchen Amelia, welches im viktorianischen London lebt und als Schornsteinfegerin arbeitet. Sie lebt alleine mit ihrer totkranken Mutter, die das diesjährige Weihnachtsfest jedoch nicht mehr erleben darf und durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse landet Amelia nach deren Tod im Arbeitshaus des bösen und herzlosen Mr. Creeper.
Eigentlich hatte Amelia einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschrieben mit ihren sehnlichsten Wünschen, darunter der Wunsch auf Genesung ihrer kranken Mutter. Da der Weihnachtsmann jedoch in arger Bedrängnis ist, da Wichtelgrund von Trollen bedroht wird und die magische Kraft am Nordpol immer mehr schwindet, konnte der Weihnachtsmann in diesem Jahr die Kinder nicht beschenken und deshalb Amelia nicht helfen. Amelias Kater Käptn Ruß jedoch hatte Glück im Unglück und fand eine Unterkunft bei dem katzenliebenden Charles Dickens. Dieser Cameo-Auftritt war sehr lustig, insbesondere, wenn man dessen berühmte Weihnachtsgeschichte um Ebeneezer Scrooge kennt, da Matt Haig dieses Zwischenspiel so inszeniert hat, dass die Begegnung zwischen Dickens und Mr. Creeper als Auslöser für die Entstehung von Dickens wohl bekanntester Geschichte dient. Aber auch Queen Victoria und ihr Gemahl Prinz Albert haben einen köstlichen Cameoauftritt in diesem Buch.

Da Nikolas’ Kindheit in “Das Mädchen, das Weihnachten rettete” keine Rolle mehr spielt und mit Amelia eine gänzlich neue Figur eingeführt wurde, ist es nicht notwendig den Vorgänger “Ein Junge namens Weihnacht” zu kennen, um diese Geschichte in vollen Zügen genießen zu können, auch wenn neben dem Weihnachtmann einige Nebenfiguren aus der ersten Geschichte wieder involviert sind. Dennoch empfehle ich die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da einem ansonsten die wunderbare Vorgeschichte wie Nikolas zum Weihnachtsmann wurde entgeht und darüber hinaus noch ein dritter Band erschienen ist, bei dem sowohl Nikolas als auch Amelia, sowie weitere aus den ersten beiden Büchern bekannte Figuren eine Rolle spielen.

Matt Haig fährt einen ganzen Reigen an bekannten Weihnachtsfiguren und fantastischen Wesen wie Rentiere, Wichtel, Elfen und Trolle auf und interpretiert sie doch auf ganz eigenen Art und Weise. Neben den Hauptcharakteren wie dem Weihnachtsmann oder Amelia findet man in den Nebenfiguren auch jede Menge liebevoll gezeichnete Wesen, die man einfach liebgewinnen muss und die man gerne bei ihren Abenteuern begleitet. Und neben der anrührenden Geschichte der kleinen Amelia ist es auch die geheimnisvolle Nebenhandlung über die Bedrohung Wichtelgrunds durch die Trolle und der Gefahr, dass kein Weihnachtsfest stattfinden kann, der man gespannt folgt, so dass die Seiten nur so an einem vorbeifliegen, schneller als das schnellste Rentier des Weihnachtsmannes…

Die Christmas-Trilogie von Matt Haig ist ein zauberhafter Mix aus klassischen Weihnachtsmotiven und neuen Ideen. Speziell im zweiten Band wird der Leser verzaubert durch die Verknüpfung der weihnachtlichen Geschichte rund um den erdachten Charakter des Waisenmädchens Amelia mit einem viktorianischen Hintergrund und real existierenden Figuren.
Matt Haigs Weihnachtsgeschichten bereiten erwachsenen Lesern viel Vergnügen, besonders mit dem Hintergrundwissen um die historischen Persönlichkeiten die in dieser Geschichte Cameos haben, sind jedoch auch für ein junges Lesepublikum sehr geeignet durch die fantastischen Illustrationen von Chris Mould und die liebevoll gezeichneten Charaktere. Besonders viel Spaß beim Lesen bereiten die Szenen mit den Rentieren des Weihnachtsmanns oder die Trolle, die mit einem Dialekt ausgestattet sind, der an das Hessische oder Pfälzische erinnert. Die kurz gehaltenen Kapitel eignen sich zudem hervorragend zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen.
Ich war vom ersten Band schon ganz verzaubert, und doch hat Matt Haig es geschafft sich mit seiner zweiten Weihnachtsgeschichte noch zu überflügeln!
Eine ganz warmherzige und weihnachtliche Leseempfehlung von meiner Seite und voller Vorfreude darauf, dass der Abschlussband der Christmas-Trilogie nächstes Jahr in deutscher Übersetzung erscheinen wird.

 

Reihen-Info:
Ein Junge namens Weihnacht
Das Mädchen, das Weihnachten rettete
Father Christmas and me

 

 

MUSS ICH HABEN!

ANDERE AUSGABE?
ebook:
Hörbuch:
 

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