Rezension

[REZENSION] Strandopfer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Strandopfer
Autor: Frank Goldammer
Verlag: Rowohlt
Reihe: Band 1
Ausführung: Softcover, 416 Seiten
Autor:
Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Handwerksmeister und kam, neben seinem Beruf, schon früh zum Schreiben. Mit seinen Büchern landet er regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt.

 

STRANDOPFER

 

Ein deutscher Tourist wird tot am Strand bei Swinemünde entdeckt. Zunächst scheint alles auf einen Badeunfall hinzudeuten, doch dann wird ein Bernstein in seinem Rachen entdeckt. Lena Schuldt vom BKA wird nach Polen beordert, um den Fall gemeinsam mit dem hiesigen Ermittler zu untersuchen und möglichst schnell zum Abschluss zu bringen. Nicht nur die Zusammenarbeit gestaltet sich schwierig, auch der Fall wird immer verstrickter, als es zunächst zu einer Entführung und plötzlich zu einem weiteren Mord kommt.

Mit den beiden Hauptermittlern treffen zwei Charaktere aufeinander, die nicht nur stellvertretend für unterschiedliche Länder, sondern auch für gängige Klischees und Vorurteile stehen. Von Beginn an liegt eine Spannung zwischen den Figuren in der Luft, weshalb es dem Leser schwerfällt mit ihnen warm zu werden. Sicherlich ahnt man früh, dass in beider Vergangenheit tiefe, noch nicht verheilte Wunden zu ihrem Auftreten führen, an Sympathie gewinnen sie dennoch wenig.

Das Geschehen wirkt auf den ersten Blick leicht chaotisch, als würde der rote Faden fehlen. Letztlich verfolgt der Autor natürlich ein konkretes Ziel, dieses erkennt man allerdings erst relativ spät. Dafür verliert er sich zunehmend in detaillierten Darstellungen und ausladenden Beschreibungen, die mitunter ermüdend, da wiederholend, wirken. Entsprechend kann die Spannung sich nicht in der gewünschten wie notwendigen Art und Weise entfalten.

Obwohl die Auflösung sehr konstruiert erscheint, aber ganz bestimmt psychologisch einwandfrei recherchiert wurde, und es die bereits genannten Kritikpunkte gibt, muss man auch die Grundidee als solche betrachten. Es gibt sowohl interessante als auch intelligente Ansätze, sofern man die Ereignisse nicht im Gesamten, sondern einzeln betrachtet. Demnach besitzt das Werk durchaus Potenzial, ist in der Umsetzung jedoch zu langatmig geraten.

 
 

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