Rezension

[REZENSION] Der nasse Fisch

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der nasse Fisch
Autor: Arne Jysch / Volker Kutscher
Verlag: Carlsen
Reihe: Gereon Rath 1
Ausführung: Hardcover, 216 Seiten

 

Autor:
Arne Jysch, Jahrgang 1973, hat in Hamburg und Potsdam Kommunikationsdesign und Animation studiert. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet er als Storyboardzeichner, Animator und Drehbuchautor. Er hat mit “Der Beste” einen preisgekrönten Kurzfilm produziert und am “Filmmasters Program” in Hollywood teilgenommen. “Wave and Smile” ist sein erster Comic.

Der Journalist und Schriftsteller Volker Kutscher, geboren 1962, schuf mit “Der nasse Fisch” (Kiepenheuer & Witsch) einen deutschen Krimi-Bestseller. Inzwischen gibt es fünf Romane um seinen Kommissar Gereon Rath und die Verfilmung ist geplant. Kutscher liebt Comic und unterstützte Arne Jysch bei der Bildrecherche mit Rat und Rat.

 

DER NASSE FISCH

 

Kommissar Gereon Rath wurde gerade frisch von Köln nach Berlin versetzt. Auf die Schnelle gab es nur die Möglichkeit bei der Sittenpolizei unterzukommen, doch der ehrgeizige junge Mann gibt alles, um bald bei den Großen mitspielen zu dürfen. Bis dahin allerdings ist es ein langer, steiniger Weg. Er muss lernen wem er vertrauen kann und wem nicht, außerdem gibt es diverse äußere Einflüsse, die nicht nur ihm das Leben schwer machen, privat wie beruflich.

Ganz gleich, ob man den gleichnamigen Kriminalroman aus der Feder Volker Kutschers bereits kennt oder nicht, man wird beim Lesen und Betrachten der graphischen Adaption in Begeisterungsstürme ausbrechen. Allein inhaltlich zeichnet sich ein konkretes Bild Berlins in den 20er Jahren ab, bei dem natürlich auch die detaillierte Darstellung der Kriminalpolizei nicht fehlen darf. Gereon ist ehrgeizig, besitzt aber dennoch Ecken und Kanten, lässt sich weder unterbuttern noch ins Boxhorn jagen. Gerade deswegen muss er auf der Hut sein. Auch wenn er nicht zu jeder Zeit der größte Sympathieträger ist, so ist man als Leser dennoch auf seiner Seite, irgendwie erscheint sämtliches Handeln einen Sinn zu ergeben, selbst wenn sich mal mehr mal weniger am Rande der Legalität bewegt wird.

Durch Arne Jyschs Zeichnungen wird das Geschriebene lebendig, die Figuren bekommen mehr als nur ein Gesicht, beinahe wird man sogar eingesogen in die damalige Zeit. Die Atmosphäre strömt aus jedem Bild, es scheint fast als würde es sich um bewegte Illustrationen handeln. Die Stimmung der Vergangenheit wird gekonnt eingefangen, es gab wenige Lichtblicke, dennoch wirkt das Geschehen nicht durchweg bedrückend. Denn es wird auch unter die Oberfläche geschaut, recherchetechnisch hätte man es besser wohl nicht machen können.

Wer bereits die Möglichkeit hatte in „Babylon Berlin“, beruhend auf dem Roman von Volker Kutscher, reinzuschauen, wird bemerken, dass Graphic Novel und TV-Serie sich in weiten Teilen ähneln, man durchaus ganze Szenen wiedererkennt, nur dass sie im Fernsehen koloriert sind. Der schwarz-weiß-Effekt des Comics ist natürlich nicht zu überbieten, hier passt einfach alles.

Bleibt abzuwarten oder vielmehr zu hoffen, dass auch weitere Teile der Krimireihe rund um Gereon Rath in ähnlicher Form adaptiert werden.

 

 

MUSS ICH HABEN!

 

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