Rezension

[REZENSION] Was ist schon normal?

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Was ist schon normal? (OT: Am I normal yet?)
Autor: Holly Bourne
Übersetzer: Nina Frey
Verlag: dtv
Reihe: Spinster Girls 1
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 416 Seiten
Autor:
Holly Bourne, geboren 1986 in England, studierte Journalismus an der University of Sheffield und hat erfolgreich als Journalistin gearbeitet, bevor sie das Schreiben von Jugendbüchern zu ihrem Beruf machte. Mit den Wünschen und Sehnsüchten von Jugendlichen kennt sie sich gut aus, da sie auf einer Ratgeber-Webseite viele Jahre lang Beziehungstipps an junge Leute von 16 – 25 Jahren gab.

 

WAS IST SCHON NORMAL?

 

Evie möchte nichts weiter als ein ganz normaler Teenager sein, mit Problemen, die man als 16-Jährige eben so hat. Partys, Jungs, Schule – in der Theorie hat Evie einige Schlachtpläne parat, doch in der Praxis lässt ihr Gehirn sich nicht in der Form manipulieren wie sie es gerne hätte. Ihre Ängste drängen immer mehr zurück an die Oberfläche und sind gefährlich nahe dran Evies Erfolge zu zerstören…

Was treibt die Menschen – bei weitem nicht nur Teenager – bloß an nach „Normalität“ zu streben. Warum möchte man sein „wie alle anderen“? Bloß nicht herausstechen aus der Masse, kein individuelles Merkmal oder gar eine eigene Meinung besitzen. Das mag nun ein bisschen zu überspitzt ausgedrückt sein, aber im Grunde ist es genau so. Sicherlich ist Anpassung in gewisser Weise nötig, aber das geht auch ohne sich selbst und seine eigene Persönlichkeit zu verlieren.

Natürlich hat Evies Wunsch in diesem Fall einen ganz anderen Hintergrund. Sie leidet enorm unter ihrer Zwangsstörung und möchte nun, nachdem die Einstellung der Medikamente weitestgehend erfolgreich war, das Kapitel abschließen, um das Leben auf andere Weise wahrzunehmen und wieder genießen zu können. Der Leser begleitet Evie auf diesem harten Weg, der definitiv nicht nur Glücksmomente bereit hält. Es gibt Situationen, die betroffen machen, andere wiederum tragen zur Erheiterung bei, aber es gibt auch solche, die dem Leser seine gedanklichen Grenzen aufzeigen. Diese werden bei jedem andere sein, doch man erkennt sie auf den ersten Blick.

Neben dieser durchaus schwierigen, aber gleichzeitig so wichtigen Thematik wird auch der Feminismus groß geschrieben. Es findet eine gelungene Verknüpfung statt, die Grenzen sind fließend, so dass mal der eine, mal der andere Aspekt im Vordergrund steht. Manchmal hat man vielleicht das Gefühl von völlig irrelevanten Ereignissen abgelenkt und abgedrängt zu werden, dann muss man sich aber nur genau dessen bewusst werden und schon ist man wieder in der Spur.

Die Spinster Girls haben sich gerade erst gefunden und haben sicherlich noch einiges auf Lager. Der nächste Band steht bereits in den Startlöchern.

 
 
MUSS ICH HABEN!

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