Rezension

[REZENSION] Dünengeister

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Dünengeister
Autor: Nina Ohlandt
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: John Benthien 6
Ausführung: Taschenbuch, 544 Seiten
Autor:
Nina Ohlandt wurde in Wuppertal geboren, wuchs in Karlsruhe auf und machte in Paris eine Ausbildung zur Sprachlehrerin, daneben schrieb sie ihr erstes Kinderbuch. Später arbeitete sie als Übersetzerin, Sprachlehrerin und Marktforscherin, bis sie zu ihrer wahren Berufung fand: dem Krimischreiben im Land zwischen den Meeren, dem Land ihrer Vorfahren.

 

DÜNENGEISTER

 

Auf der Familie Melander, die bereits seit Jahrhunderten auf Sylt heimisch ist, scheint ein außerordentlicher Fluch zu lasten, der damals wie heute nicht so recht zu fassen ist, aber immer neue Opfer fordert. John Benthien wollte mit Lilly eigentlich nur ein paar ruhige Tage genießen, wird aber aus Gründen hinzugezogen, was durchaus richtig erscheint, denn der Fall nimmt Ausmaße an, mit denen niemand gerechnet hätte. Neben den Knochen einer jahrzehntealten Leiche inmitten einer Düne sind leider auch aktuelle Todesfälle zu beklagen, die den Ermittlern einiges abverlangen…

Die Geschichte startet weit in der Vergangenheit, so dass der Leser zunächst einen ersten Einblick in die Familienstruktur erhält, auch wenn man später feststellen wird, dass man lange nicht alles verstanden hat. Nichtsdestotrotz wird dadurch eine Grundlage erschaffen, so dass man mit der ein oder anderen Fragestellung im Kopf in die Gegenwart eintaucht und unterbewusst nach Antworten sucht.

Schnell wird klar, warum es Gerüchte um einen Fluch rund um die Familie Melander gibt. Doch handelte es sich tatsächlich ausschließlich um Zu- und unvermeidbare Unfälle oder hatte da doch jemand anders seine Finger im Spiel? Sicherlich kann es sich über Jahrhunderte hinweg nicht um dieselbe Person handeln, an eine höhere Macht mag man allerdings auch nicht so recht glauben. Zumal in der Gegenwart einige Kapitel aus einer anderen Perspektive erzählt werden. Betitelt mit „Er“ scheint man die gesuchte Person schnell gefunden zu haben, fehlen nur noch konkrete Hinweise auf das Motiv.

Das zu Anfang hohe Tempo kann nicht lange gehalten werden, beim Umbruch von der Vergangenheit in die Gegenwart gibt es auch dahingehend einen Schnitt, so dass das Geschehen im weiteren Verlauf deutlich ruhiger vonstatten geht. Zwar wird die Spannungskurve immer wieder befeuert, dennoch verläuft die Erzählung weitestgehend in unaufgeregteren Bahnen. Warum genau sich hier zurückgenommen wird kann bis zum Schluss nicht ergründet werden, möglicherweise liegt dies an der Fülle an Erkenntnissen, die es über die Familie Melander zu erlangen gilt, wodurch andere Teile ein wenig zu kurz kommen.

Trotz der vorangegangenen Kritik wohnt man den Ermittlungen von John Benthien und seinem Team gerne bei, vor allem wenn man bereits den ein oder anderen Band vorweg gelesen hat. Dann kennt man die Protagonisten, weiß sie ein wenig einzuschätzen und kann ihnen nach der Lektüre vielleicht sogar noch neue Charaktereigenschaften zuweisen. Alles in allem eine gut gemachte Geschichte, als Einstieg in die Reihe sollte man allerdings lieber zu einem anderen Titel greifen..

 

Reihen-Info:
Band 1: Küstenmorde
Band 2: Möwenschrei
Band 3: Nebeltod
Band 4: Sturmläuten
Band 5: Eisige Flut

 
 
MUSS ICH HABEN!

ANDERE AUSGABE?
ebook:
Hörbuch:
 

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