Rezension

[REZENSION] Mordflüstern

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mordflüstern
Autor: J. J. Preyer
Verlag: Knaur
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 272 Seiten
Autor:
J. J. PREYER lebt und schreibt in Steyr, Österreich. Er studierte in Wien Germanistik und Anglistik. 1982 initiierte er einen Marlen-Haushofer-Gedenkabend, der durch die Teilnahme des Wiener Kulturjournalisten Hans Weigel den Anstoß zur Wiederentdeckung der Autorin gab. 1996 gründete J. J. Preyer einen Verlag, in dem er vor allem Kriminalromane C. H. Guenters und literarische Texte Steyrer Autoren herausgab. J. J. Preyer schrieb in den letzten Jahren eine Vielzahl an Kriminalromanen für deutsche und österreichische Verlage, darunter für den Gmeiner Verlag, und Beiträge zur Serie »Jerry Cotton«.

 

MORDFLÜSTERN

 

Schon während der Arbeit an einem neuen Krimi, hört Lars Faber es immer wieder: das Flüstern seiner verstorbenen Mutter. Es verstärkt sich zunehmend, je tiefer er eintaucht in das Wirken eines Serienmörders, der sich diverser Männer annimmt, um sie mit einem Rasiermesser zum Schweigen zu bringen. Als es plötzlich in seinem Umfeld zu ähnlich gearteten Todesfällen kommt, sieht nicht nur Faber schnell die Verbindung zu seinem Werk. Mittels professioneller Unterstützung wie auch anhand einfacher Aspekte versucht er zugleich alle, die ihm lieb sind, zu schützen und den Täter zu überführen..

Ähnlich schwer wie seine Meinung zu dem vorliegenden Titel überhaupt in Worte zu fassen, gestaltet sich bereits der Einstieg in ebenjenen. J. J. Preyer lässt seinen Hauptprotagonisten schnell und präzise agieren und genau das spiegelt sich auch stilistisch wider. Kurze, prägnante Sätze, die zwar nicht immer zielführend, aber dennoch auf den Punkt sind, wirken wie Peitschenhiebe, denen der Leser instinktiv ausweichen möchte. Sprunghafte Gedankengänge, Abschweifungen und wilde Theorien lassen das Geschehen unruhig erscheinen und eine klare Linie vermissen, mithilfe derer man die vorherrschende Distanz womöglich ein wenig hätte überwinden können. Sicherlich ergibt sich im Nachhinein ein klareres Bild, das durchaus seinen Reiz und absolut gelungene Ansätze bietet, auf den ersten Blick jedoch erscheint vieles einfach nur verwirrend. Natürlich sollte ein Krimi niemals ruhig und leise sein, eine gewisse Substanz aber ist immer notwendig.

Konzentriert man sich auf die Charaktere, werden früh gewisse Unstimmigkeiten deutlich, die jedoch schnell und eindeutig auf eine Art Verschleierungstaktik zurückzuführen sind. Schließlich sollte niemand zu vorschnell verurteilt oder gar entlarvt werden. Dennoch stellt sich die Frage, ob es nicht eine elegantere Lösung gegeben hätte, um den Leser näher mit einzubeziehen, vielleicht sogar Identifikationen herzustellen. So ist man ewig misstrauisch und gibt nur wenigen Figuren die Chance sich zu behaupten.

Preyer entwickelt und konstruiert einen soliden Krimi, der mit mehr Potential ausgestattet ist als die Umsetzung zunächst vermuten lässt. Nichtsdestotrotz wird man leider bis zum Schluss nicht so recht warm mit der Geschichte, von der man sich mehr Ecken und Kanten wie auch Überraschungsmomente erhofft hatte.

 
 
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