Rezension

[REZENSION] Sylter Schuld

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Sylter Schuld
Autor: Ben Kryst Tomasson
Verlag: Aufbau
Reihe: Kari Blom 6
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten
Autor:
Ben Kryst Tomasson, geboren 1969 in Bremerhaven, ist Germanist und Pädagoge (M.A.) und promovierter Diplom-Psychologe. Er hat einige Jahre in der Bildungsforschung gearbeitet, ehe er sich als freier Autor selbständig gemacht hat. Tomassons Leidenschaft gehört den Geschichten, die das Leben schreibt, den vielschichtigen Innenwelten der Menschen und dem rauen Land zwischen Nordsee und Ostsee. Wenn er nicht schreibt, verbringt er seine Zeit am liebsten mit einem guten Buch am Meer – oder mit seiner Frau im Café.

 

SYLTER SCHULD

 

Einmal mehr soll Kari Blom undercover auf Sylt eingesetzt werden, was ihr diesmal eigentlich ganz gut passt. Schließlich entzieht sie sich dadurch unliebsamen Gedanken, die sie zu überrollen drohen. Dass sie allerdings während des Jobs immer wieder an emotionale Grenzen stoßen würde, die sie privat aus dem Gleichgewicht bringen, hätte Kari nicht erwartet. Dabei sollte sie sich lieber voll und ganz auf den eigentlichen Auftrag konzentrieren und der Frage nachgehen, ob die gerade eröffnete Wellness-Oase tatsächlich der Geldwäsche dient.

Wie es der Zufall – wieder einmal – will, wird eine Leiche am Westerländer Strand angespült, die in Verbindung zu Karis neuestem Einsatz steht. Allerdings darf sie sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen und ihre Tarnung nicht gefährden. Zumal noch längst nicht feststeht, ob es sich tatsächlich um Mord handelt oder der Zusammenhang ein ganz anderer ist. Auch wenn dem Leser sogleich einige Fragen unter den Nägeln brennen, versucht man sich ebenfalls zu zügeln und ein wenig der Entspannung hinzugeben, bevor es zweifelsohne trubelig werden wird.

Jeder Charakter scheint ganz eigene Interessen zu verfolgen und verbirgt dabei gekonnt sämtliche Informationen, die sie oder ihn direkt in den Fokus der Ermittlungen rücken würden. Somit bieten sich dem Leser zahlreiche Ansatzmöglichkeiten, um Theorien zu spinnen, die den Fähigkeiten der Häkelmafia, die natürlich ebenfalls wieder mit an Bord ist, in nichts nachstehen. Da jedoch die Ermittlungen immer wieder ins Stocken geraten, entwickeln die eigenen Überlegungen sich gleichsam zögerlich.

Natürlich verfolgt man das Geschehen dennoch gebannt, immer in der Hoffnung auch nur den kleinsten Hinweis zu erhaschen, der notwendig ist, um noch vor den Protagonisten auf die Lösung zu stoßen. Der stetige Spannungsaufbau hält die Erzählung dabei lebendig und unterstützt die konzentrierte Haltung des Lesers. Trotz allem ist ein gewisses Maß an Vorsicht nicht verkehrt, zu schnell lässt man sich ansonsten dazu verleiten einer falschen Fährte zu folgen.

Obwohl die meisten Charaktere bereits einige Fälle miteinander erlebt und gelöst haben, wird es auch Neueinsteigern nicht schwerfallen sich in dem Gefüge zurechtzufinden. Vielmehr wird man vermutlich auf den ein oder anderen Vorgängerband aufmerksam werden und im Nachgang zurückgreifen.

 
 
MUSS ICH HABEN!

 

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