Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Adas & Marys unglaublich erfolgreiche Agentur für das Lösen unlösbarer Fälle (OT: The Wollstonecraft Detective Agency – The Case of the Missing Moonstone)Autor: Jordan Stratford
Übersetzerin: Birgit Franz
Illustratorin: Kelly Murphy
Verlag: Ueberreuter
Reihe: Band 1
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 224 Seiten


ADAS & MARYS UNGLAUBLICH ERFOLGREICHE AGENTUR FÜR DAS LÖSEN UNLÖSBARER FÄLLE
Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts lernen Ada und Mary sich kennen, als Mary gemeinsam mit Ada – einer echten Lady – unterrichtet werden darf. Die beiden Mädchen trennen nicht nur drei Lebensjahre, auch charakterlich könnten sie nicht gegensätzlicher sein. Zumindest auf den ersten Blick. Von Beginn an ist Ada genervt vom neuen Hauslehrer und gelangweilt von seinem Unterricht, schließlich weiß sie sowieso alles. Schnell stellen die Mädchen fest, dass sie beide Abenteuer mögen, somit ist die Gründung einer Detektivagentur beschlossene Sache. Kurz danach stellt ihr erster Fall sie bereits vor große Herausforderungen.
Bereits das Vorwort klärt darüber auf, dass nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch weitere Charaktere historischen Figuren nachempfunden sind. Nicht alle lebten unbedingt zur selben Zeit, weshalb sich ein paar künstlerischer Freiheiten bedient wurde, dennoch ist ein gewisser geschichtlicher Hintergrund ins Geschehen eingewoben. Nach der Lektüre wird daher nochmal etwas ausführlicher auf die tatsächlichen Biographien der Protagonisten eingegangen, wodurch so manch eine zuvor gelesene Passage durchaus in einem anderen Licht gesehen wird.
„Aber das ist Wissenschaft“, beteuerte Ada. „Neugierig sein, Vermutungen anstellen, Dinge ausprobieren, Dinge untersuchen, Variablen ordnen, neue Vermutungen anstellen. Genau das haben wir gemacht. Das ist Wissenschaft.“ (S. 185)
Ada und Mary sind zwei gewitzte Mädchen, die eine sehr klare Vorstellung davon haben was sie wollen. Trotz ihres jungen Alters und gesellschaftlicher Konventionen behalten sie ihr Ziel fest im Blick und geben alles, um dieses auch zu erreichen. Mit ihrer Energie stecken sie den Leser schnell an, so dass man von Beginn an gefangen ist in einer Geschichte, die einiges zu bieten hat. Manche Passagen sind mit einer solchen Fülle an Informationen gespickt, dass man sogar aufpassen muss, den entscheidenden Hinweis nicht zu überlesen.
Jordan Stratford entführt den Leser regelrecht ins London des 19. Jahrhunderts. Über manche Gegebenheiten, die sicherlich authentisch dargestellt sind, kann man heutzutage nur den Kopf schütteln. Dennoch entfacht er in erster Linie Interesse, sowohl im Hinblick auf die Figuren als auch die historischen Ereignisse. Und das nicht nur bei Lesern der eigentlichen Zielgruppe.
Hinweis: Der Titel ist nur noch antiquarisch erhältlich.

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