Rezension

[REZENSION] Die Känguru-Rebellion (Hörbuch und Buch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Känguru-Rebellion
Autor: Marc-Uwe Kling
Sprecher: Marc-Uwe Kling
Verlag: Hörbuch Hamburg
Reihe: Die Känguru-Werke 5
Ausführung: Ungekürzte Ausgabe, ca. 387 Minuten, Audio-Download
Autor und Sprecher:
Marc-Uwe Kling singt Lieder und erzählt Geschichten. Sein Geschäftsmodell ist es, kapitalismuskritische Bücher zu schreiben, die sich total gut verkaufen. Seine Känguru-Geschichten wurden 2010 mit dem Deutschen Radiopreis und 2013 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Für »QualityLand« erhielt er 2018 den WDR-Publikumspreis. 2025 erhielt er für »VIEWS« den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie Beste Unterhaltung.

 

DIE KÄNGURU-REBELLION

 

Es wird rebelliert … warum, wieso, weshalb … politisch, systemisch, gesellschaftlich … Hauptsache mit vielen und Hauptsache laut. Das Känguru ruft dazu auf, sich zu versammeln und zu formieren. Dass man dabei nicht immer gleich erfasst worum es eigentlich gerade geht … Egal!

Im mittlerweile fünften Werk rund um das Känguru und seinen Mitbewohner Marc-Uwe wird wieder einmal eine Bandbreite an Themen angesprochen, die im Grunde jeden und jede in irgendeiner Art und Weise betreffen. Oder zumindest insofern relevant sind, als dass man sich darüber Gedanken machen und womöglich auch eine eigene Meinung bilden sollte. Dabei geht es kreuz und quer durch politische, technische wie auch gesamtgesellschaftliche Felder. Hin und wieder sind die Grenzen fließend. Während man gedanklich noch an Punkt A verweilt, kann es durchaus vorkommen, dass das Känguru bereits über B nach C gehüpft ist – mit einem kurzen Abstecher nach D.

Allein auf Grund der knapp gehaltenen Kapitel ist das Werk bereits als kurzweilig einzustufen, dabei jedoch alles andere als oberflächlich. Beim vorliegenden Hörbuch kommt hinzu, dass die Texte vom Autor selbst in einer so mitreißenden Art und Weise gelesen werden, dass man sich als Hörer dem Sog kaum entziehen kann. Anekdoten und – mal mehr mal weniger gelungene – Wortspiele pflastern den Weg von Anfang bis Ende. Es wäre ein Wunder, wenn nicht jeder wenigstens einmal lauthals lachen müsste. Vermutlich funktionieren die Texte vorgelesen nochmal besser als würde man selbst lesen. Schon allein auf Grund des Enthusiasmus, den das Känguru an den Tag legt, um Mitrebellen zu akquirieren.

Nicht jedes Thema, nicht jede Passage ist auf dem gleichen humoristischen Niveau. Sicherlich geht es nicht vorrangig darum irgendetwas oder -jemanden zu veralbern, es ist jedoch ein wichtiges Stilmittel, dessen der Autor sich bedient. Und natürlich kommt es auch immer auf den Einzelnen an, welche Themen einen abholen und welche Stellungnahmen sofort verfangen. Alles in allem dennoch wieder ein Werk mit viel Charme und Witz zu aktuellen Themen und Fragestellungen.

 
 
 
Redakteur: Kerstin Kruse
Titel: Die Känguru-Rebellion
Autor: Marc-Uwe Kling
Sprecher: Marc-Uwe Kling
Verlag: Ullstein
Reihe: Die Känguru-Werke 5
Ausführung: Softcover, 288 Seiten

 

Das Känguru ist wieder da und ruft zur Rebellion gegen die politischen und gesellschaftlichen Zustände auf! In gewohnt radikaler Manier bringt es seine teils provokanten Theorien unters Volk und verschont dabei auch nicht seinen Mitbewohner Marc-Uwe. In kurzen Kapitel berichtet dieser von den turbulenten Erlebnissen mit dem Känguru und wie sich beide zum Kampf gegen den Status quo bereit machen. Jeder ist eingeladen, sich anzuschließen, aber nicht nur als politischer Aktivist, auch als Leser muss man manchmal ganz schön kämpfen…

Als Fan der Känguru-Chroniken weiß man, was man hier bekommt und wird von dem Buch auf keinen Fall enttäuscht sein, sondern schon darauf gewartet haben, dass sich das Känguru endlich mit aktuellen Themen zurückmeldet. Ganz besonders zur wirtschaftlichen Lage, zum Thema KI und zu Trump hat es etwas zu sagen und so radikal links einige der Thesen auch sein mögen, so wirkt doch alles begründet und durchdacht. Im hinteren Teil des Buches führt Marc-Uwe Kling eine Reihe an Quellen auf, um die Fakten überprüfen zu können. Selbst wenn man politisch nicht zu 100% mit dem Känguru übereinstimmt, so ist es doch interessant, sich seine Perspektive zu Gemüte zu führen und darüber nachzudenken. Die Känguru-Rebellion bietet auf jeden Fall politisches Diskussionspotential!

Und so kontrovers sich das Buch inhaltlich betrachten lässt, so kontrovers lässt sich auch die Sprache beurteilen. Ich liebe Marc-Uwe Klings Wortspiele und den sprachlichen Witz, der mich so manches Mal hat schmunzeln lassen! Er hat wirklich kreative Einfälle und diese Passagen sind ein echter Lesespaß, weswegen die Känguru-Reihe ja auch schon Kultcharakter hat. Wenn das Känguru allerdings seine politischen Thesen darlegt, sind die Abschnitte sprachlich oft sehr sperrig und teilweise aufgrund der vielen Fachbegriffe und komplizierten Satzstrukturen schwer zu verstehen, wenn nicht sogar ermüdend. Vermutlich ist dieses vom Autor auch so gewollt, um die Komplexität der Themen zu verdeutlichen und das Känguru durch seinen Sprachgebrauch zu charakterisieren, aber für mich hat es den Lesespaß eher gehemmt. Hinzu kommt, dass sich die Thesen des Kängurus häufig wiederholen und man das Gefühl hat, dasselbe in einer etwas anderen Situation und mit anderen Worten noch einmal zu lesen. Mehrmals hatte ich den Gedanken, dass ich diesen oder jenen Standpunkt des Kängurus nun ja schon kenne und gerne etwas Neues lesen würde. An solchen Stellen im Buch musste ich dann manchmal (nicht politisch, sondern literarisch…) kämpfen.

Nichtsdestotrotz ist „Die Känguru-Rebellion“ mit ihren kurzen Anekdoten flott gelesen und wer zu den Känguru-Büchern greift, weiß ja, für welchen Kampf er/sie sich wappnen muss! Marc-Uwe Klings Wortwitz ist für mich auf jeden Fall ein Grund, um mich wieder an die Front zu wagen. Da lohnt sich auch das manchmal etwas ermüdende, sprachlich sperrige Ringen mit dem Känguru selbst…

 
 

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