Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Tödliches Erbe (OT: Look to the Lady)Autorin: Margery Louise Allingham
Übersetzerin: Edith Walter
Verlag: Klett-Cotta
Reihe: Campion 1
Ausführung: Broschur, 272 Seiten


TÖDLICHES ERBE
Legendäre Schätze und Geschichten, die sich um diese ranken, ziehen seit jeher Diebesbanden an. Erst recht in einem solchen wie dem vorliegenden Fall, in dem das Artefakt seit Jahrhunderten ganz besonders wohlbehütet wird. Dennoch sind die Gauner versessen darauf, die Familie Gyrth um das gute Stück zu erleichtern. Albert Campion steht der Familie zur Seite, um mit seinen detektivischen Fähigkeiten und Kenntnissen rund um diverse Milieus, das Verbrechen zu vereiteln … und begibt sich dabei selbst in gefährliche Gefilde.
Campion wird als einer der cleversten Detektive der Kriminalliteratur betitelt. Das mag seine Berechtigung haben, denn er scheint einen feinen Spürsinn und eine gute Auffassungsgabe zu haben. Außerdem ist er gut vernetzt oder stellt Verbindungen her, die sich noch als nützlich erweisen können. Allerdings ist vieles davon für den Leser zunächst reine Mutmaßung. Denn man wird relativ wenig in seine Gedankengänge mit einbezogen. Oft werden Erklärungen erst im Nachgang abgegeben, doch auch dann nicht immer vollumfassend, so dass durchaus Fragen offen bleiben.
Möglicherweise soll gerade ebenjenes geheimnisvolle Bild gezeichnet werden, das für sich genommen natürlich gelungen erscheint. Der Leser wird dadurch jedoch teilweise im Ungewissen gelassen, was nach Beendigung der Lektüre eher zu Verstimmung führt. Man läuft den Ereignissen eher hinterher als dass es möglich ist, sie selbst genauer unter die Lupe zu nehmen, um eventuelle Querverweise zu entdecken. Des Weiteren läuft man Gefahr, sich in dem verworrenen Geflecht regelrecht zu verirren.
Die Geschichte als solche ist sehr intelligent aufgebaut. Alles ist in irgendeiner Art und Weise miteinander verwoben, ohne dass es von Beginn an ersichtlich ist. Erst im weiteren Verlauf erhält der Leser eine Ahnung von der Komplexität des Geschehens. Dieses erstreckt sich über einen recht übersichtlichen Zeitraum, und doch scheint es als würde eine viel weitreichendere Zeitspanne vergehen. Im Großen und Ganzen jedoch unspektakulärer, als die Ankündigungen verlauten lassen.

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