Rezension

[REZENSION] Mittsommertod (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mittsommertod
Autorin: Elin Blomgren
Sprecher: Tim Gössler
Verlag: Argon
Reihe: Band 1
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 677 Minuten, Audio-Download
Autorin:
Elin Blomgren alias Heidi van Elderen wurde am Niederrhein geboren und ist mit Mitte zwanzig nach Nordschweden ausgewandert. Seitdem hat sie noch in Portugal und Neuseeland gelebt, ist nun aber seit einigen Jahren auf einem kleinen Hof in Südschweden sesshaft geworden, wo das Landleben zwischen Seen, Wäldern und roten Holzhäusern sie zu ihren Büchern inspiriert. Bei den S. Fischer Verlagen ist zuletzt unter dem Pseudonym Amy Achterop ihre Reihe Die Hausboot-Detektei erschienen.
 
Sprecher:
Tim Gössler kennt sich mit allen Facetten des gesprochenen Wortes aus: Er ist Komponist, Sounddesigner, Produzent und Sprecher. Mit seiner kraftvollen, dynamischen Stimme hat er schon an zahlreichen Features und Hörspielen mitgewirkt. Als Hörbuchsprecher hat er unter vielen anderen die Oma-Imke-Reihe von Janne Mommsen und die Fantasy-Romane von Dane Rahlmeyer lebendig werden lassen.

 

MITTSOMMERTOD

 

Obwohl Ebba Lorenz schon einige Zeit nicht mehr in dem beschaulichen schwedischen Dorf war, wird sie von vielen Bewohnern gleich erkannt. Im Häuschen ihrer Urgroßmutter will sie den Sommer verbringen und ausspannen, einfach in den Tag hineinleben, eventuell ihre weitere Lebensplanung überdenken. Doch dann gibt es plötzlich einen Toten. Ebba lässt der vermeintliche Jagdunfall keine Ruhe, sie ist regelrecht angefixt, so dass sie kurzerhand die ein oder andere Frage stellt. Der ermittelnde Kommissar, erst seit kurzem in Björkberg, ist wenig begeistert von diesen Alleingängen, muss aber zugeben, dass Ebba manchmal einen besseren Zugang zu den Menschen findet. Spätestens, als es einen zweiten Toten gibt, glaub niemand mehr an einen Unfall, aber vor allem sind plötzlich alle auf der Hut.

Eine Dorfgemeinschaft, die zusammenhält, dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit und ein idyllisches Setting, das scheinbar kein Wässerchen trüben kann – keine innovative Erfindung als solche, dennoch kommt es jedes Mal auf die Umsetzung an. Daher sollte man sich von vermeintlich „schon mal Dagewesenem“ nicht abschrecken lassen, sondern unvoreingenommen an die Geschichte herangehen. Diese lebt vor allem von ihren Figuren, die mit ihren Eigenarten bereits ein recht umfassendes Bild der Gemeinschaft zeichnen, ohne direkt alles preiszugeben.

So wird man als Hörer immer tiefer hineingezogen in die Erzählung, die im gesamten Verlauf einige Überraschungen zu bieten hat. Geschickt verbindet die Autorin dabei mehrere Handlungsstränge. Sicherlich geht es primär um den Kriminalfall, dem sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit auf den Grund gegangen wird. Zusätzlich rücken jedoch auch die beiden Hauptprotagonisten und ihre Gedanken außerhalb der Mordthematik immer wieder in den Fokus. Dadurch fällt es dem Hörer leichter eine Verbindung zu ihnen aufzubauen, da sie Tiefe bekommen.

Gelesen und interpretiert wird das Werk von Tim Gössler, der die Atmosphäre gekonnt einfängt. Sowohl düstere als auch heitere Passagen setzt er gelungen um. Trotz aller Grausamkeiten und Brutalität verfolgt der Hörer die Darstellungen mit einer gewissen Faszination. Ein wirklich guter Auftakt zu einer neuen Krimireihe. Schon jetzt ist man gespannt auf den nächsten Fall für Ebba und Ole – aber auch auf ihre persönliche Entwicklung.

 
 

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