Rezension

[REZENSION] Kretisches Schweigen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Kretisches Schweigen
Autor: Nikos Milonás
Verlag: Fischer
Reihe: Michalis Charisteas 3
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten
Autor:
Nikos Milonás alias Frank D. Müller hat sich bereits im Alter von 17 Jahren bei seiner ersten Kreta-Reise in die Mittelmeerinsel verliebt. Aus einem kühlen norddeutschen Sommer kommend, war er überwältigt, als er vom Schiff aus die Küste sehen konnte und der intensive Duft von wildem Thymian übers Meer zu ihm herüberwehte. Seither verbringt er so viel Zeit wie möglich auf Kreta und hat Land und Leute fest ins Herz geschlossen. In seinem deutschen Leben wohnt der gebürtige Hamburger in München, arbeitet als Regieassistent und Dokumentarfilmer und ist (Co-)Autor diverser TV-Sendungen (u.a. »München 7«).

 

KRETISCHES SCHWEIGEN

 

Am Strand von Frangokastello tauchen wie aus dem Nichts zwei Skelette auf. Wer sind die Toten und warum wurden sie nicht schon früher entdeckt? Klar scheint zumindest, dass sie ermordet wurden und es sich nicht um die Toten aus einer jahrhundertealten Legende handelt.

Die Ermittlungen gestalten sich zunächst schwergängig, denn Michalis Charisteas trifft auf eine Mauer des Schweigens. Zudem scheint es auch auf privater Ebene zu unerwarteten Schwingungen zu kommen, wodurch der Leser zeitweise das Gefühl hat der Fokus ginge verloren. Dass es sich bereits um den dritten Band der Reihe handelt, ist dagegen nicht weiter hinderlich. Notwendige Vorkenntnisse werden innerhalb des Geschehens eingestreut.

Ein paar Schwierigkeiten hat man jedoch mit den vielen griechischen Namen und dem Auseinanderhalten der Protagonisten. Dadurch fällt der Einstieg ins Buch ebenso holprig aus wie der in die Ermittlungen. Hat man sich aber einmal zurechtgefunden, nimmt man eine deutliche Spannungskurve wahr. Während der Leser Land und Leute kennenlernt, mitsamt allerlei Besonder- und Eigenheiten, pflügt Michalis Charisteas sich durch die schweigende Menge.

Schnell wird deutlich, dass einige Personen mehr wissen als sie preisgeben, aber das Geheimnis der tatsächlichen Ereignisse bleibt lange Zeit bewahrt. Erst nach und nach lässt sich ein Gesamtbild zusammensetzen, das letztlich gar nicht so spektakulär erscheint, aber in sich stimmig ist. Dem Autor gelingt es in jedem Fall die Atmosphäre einzufangen und dem Leser ein paar unterhaltsame Stunden zu bieten.

 
 

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