Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Doppelmord im Strandhotel (OT: The last dance)Autor: Mark Billingham
Übersetzerin: Nora Petroll
Sprecher: Oliver Erwin Schönfeld
Verlag: Saga Egmont
Reihe: Detective Miller 1
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 623 Minuten, Audio-Download


DOPPELMORD IM STRANDHOTEL
Gleich an seinem ersten Tag zurück im Dienst nach einem schweren Verlust – auf eigenen Wunsch und nach Meinung einiger viel zu früh – wird Detective Miller nicht nur mit einer neuen Kollegin, sondern auch mit einem Doppelmord konfrontiert, der zahlreiche Fragen offenlässt. Vor allem bleibt unklar, welche Verbindung zwischen den beiden Ermordeten besteht. Der eine war ein stadtbekannter Verbrecher, der andere ein unbeschriebenes Blatt. Doch neben den laufenden Ermittlungen lässt Miller auch der Tod seiner Frau verständlicherweise keine Ruhe. Sie war ebenfalls Polizistin – und wurde getötet.
Wie auch seiner neuen Kollegin fällt es dem Hörer zunächst schwer, Declan Millers Charakter einzuschätzen. Er befindet sich selbstredend in einer Ausnahmesituation, was nicht zuletzt dadurch deutlich wird, dass er mit einer Erscheinung seiner toten Frau kommuniziert. Gleichzeitig merkt man sofort, wie eng er mit seinem Beruf verbunden ist, und wie gut er darin ist. Miller besitzt eindeutig sarkastische Züge, dennoch entsteht schnell der Eindruck, dass er bewusst übertreibt und Situationen ins Lächerliche zieht. Vielleicht auch, um sich selbst ein Stück weit zu distanzieren.
Auf den ersten Blick scheint nichts an den Taten zusammenzupassen. Einige Theorien werden aufgestellt und ebenso schnell wieder verworfen. Manchmal reicht schon ein kleines Detail, um die Ermittlungen ins Wanken zu bringen. Die Polizei sucht unermüdlich weiter, doch das entscheidende Puzzleteil bleibt verborgen. Oder gibt es womöglich gar keine Verbindung zwischen den Morden? Während Miller der einen oder anderen Spur nachgeht, lässt ihn auch das Rätsel um den Tod seiner Frau nicht los, obwohl er dabei auf unerwartete Abgründe stößt.
Mit eigenwilligen Charakteren und einem undurchsichtigen Fall legt Mark Billingham hier einen gleichermaßen interessanten wie spannenden Reihenauftakt vor. Auch wenn man sich zwischendurch nicht sicher ist, in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt oder ob man nicht vielleicht einfach nur an der Nase herumgeführt werden soll, bleibt man als Hörer gerne am Ball. Das liegt nicht zuletzt an der lebhaften und zugleich sehr empathischen Interpretation des Sprechers. Ein gelungenes Gesamtpaket.

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