Rezension

[REZENSION] grün, tot, weiß

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: grün, tot, weiß
Autoren: Anja Goerz / Eric Niemann
Verlag: Gmeiner
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten
Autoren:
Anja Goerz ist gebürtige Nordfriesin und lebt nahe der dänischen Grenze. Sie hat Romane, Sachbücher und Kriminalromane geschrieben. Außerdem moderiert sie bei Bremen Zwei von Radio Bremen die Sendung „Der Morgen“. Krimifans kennen sie zudem aus Podcast-Formaten wie „Echte Verbrechen“ und „Die Zeichen des Todes“ mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos.

Eric Niemann ist in Lübeck geboren und lebt in Hamburg. Er ist Schulleiter, schreibt neben Hörspielen – u.a. für die Serien „Sherlock Holmes – Die neuen Fälle“, „Pater Brown“ und Ivar Leon Mengers „Die schwarze Stadt“ – auch Theaterstücke und ist Autor der „Jerry Cotton“-Reihe. Zusammen mit Anette Strohmeyer hat er den Zeitgeschichtlichen Krimi „Chinatown Hamburg“ veröffentlicht, ebenfalls bei Gmeiner.

 

GRÜN, TOT, WEIß

 

Auf Helgoland geht es beschaulich zu, da achtet man aufeinander, da gibt es keine Verbrechen. Doch plötzlich liegt ein erfolgreicher Autor tot am Fuß der Hummerklippen, und das war ganz sicher kein Unfall. Als dann auch noch sein Manuskript auftaucht, das mit einigen Missständen und Zwielichtigkeiten auf der Insel aufzuwarten weiß, brodelt es ganz schön in der Gemeinde. Zumal der Autor freundlicherweise sämtliche Klarnamen verwendet hat. Herma Bahnsen und Jan Tesdorp sollen und wollen die Ermittlungen möglichst zügig erfolgreich abschließen, müssen sich aber erst einmal selbst zusammenraufen.

„Gröger hat also nach Halt gesucht. Was dafür spricht, dass er nicht freiwillig den Weg nach unten angetreten hat.“
„Wäre natürlich auch möglich, dass er es sich auf dem Weg nach unten plötzlich anders überlegt hat.“ Jan war sich jetzt sicher, dass seine neue Partnerin ihn für einen absoluten Anfänger hielt.
(S. 43f)

Als Herma und Jan vom Festland auf die Insel kommen, treffen sie auf eine starke Gemeinschaft, die vermeintlich bei Wind und Wetter zusammenhält. Doch je tiefer sie bohren, je weiter sie eintauchen in die Machenschaften, desto stürmischer wird es und desto mehr bröckelt die Fassade, bis die Eskalation nur noch eine Frage der Zeit ist. So richtig weiter bringen sie die einzelnen Erkenntnisse im Fall des getöteten Autors allerdings nicht.

Zwei, wie es scheint, gegensätzliche Charaktere, die von einer Sekunde auf die andere gemeinsam ermitteln sollen, denen dabei aber nicht nur ihre eigenen Eigenheiten mal mehr mal weniger Mühe bereiten. Als Leser weiß man die Figuren zunächst auch nicht so recht einzuschätzen, vieles bleibt nebulös oder einfach gut verborgen. Eine Verbindung zu den Protagonisten wird daher nicht aufgebaut. Dennoch gelingt es den Autoren einen intelligenten Spannungsbogen zu konstruieren, der immer wieder überraschende Abzweigungen zu bieten hat.

Zwar stellt sich in unregelmäßigen Abständen die Frage, wann die Richtung gen Lösung denn nun eingeschlagen wird, aber das Geschehen weiß den Leser gekonnt in den Bann zu ziehen. Denn obwohl die Gegebenheiten räumlich stark begrenzt sind, so erscheinen die Möglichkeiten vielfältig. Inwiefern im Finale noch eine unerwartete Wendung vollzogen wird, kann und darf aber jeder für sich selbst entscheiden. In jedem Fall sollte man das neue Ermittler-Team nicht allzu schnell abschreiben und ihnen eine faire Chance geben.

 
 

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