Rezension

[REZENSION] Léon und die Frau im blauen Kleid

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Léon und die Frau im blauen Kleid
Autor: Alexander Oetker
Verlag: Atlantik
Reihe: Band 1
Ausführung: Softcover, 304 Seiten
Autor:
Alexander Oetker, geboren 1982, berichtet als Frankreich-Experte von RTL und n-tv seit 15 Jahren über Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Er ist zudem Kolumnist und Restaurantkritiker der Gourmetzeitschrift Der Feinschmecker. Seine Krimis stehen regelmäßig auf der Bestsellerliste. Mit seiner Familie pendelt er zwischen Brandenburg, Berlin und der französischen Atlantikküste.

 

LÉON UND DIE FRAU IM BLAUEN KLEID

 

Commissaire Léon de Cavallier ist ein brillanter Ermittler, aber auch ein unverbesserlicher Snob und von vielen gehasst. Noch bevor er sich darüber beschweren kann, eine neue Kollegin vor die Nase gesetzt zu bekommen, und zwar eine, die ihm durchaus Parolie bieten kann, wird eine Leiche angespült. Die Frau bleibt zunächst ebenso geheimnisvoll wie ihr Auftauchen. Je tiefer Léon und Nadia graben, desto rätselhafter erscheint der gesamte Fall. Gleichzeitig wird es aber auch immer gefährlicher, als sie sich auf heißes Pflaster begeben.

Alexander Oetker, bereits mit einigen Reihen im Krimikosmos vertreten, schickt mit Léon de Cavallier und Nadia Bentaleb ein neues Ermittlerduo ins Rennen. Da sie das erste Mal aufeinandertreffen, gelten für Leser und Protagonisten ähnliche Bedingungen. Man muss sich erst einmal beschnuppern, sollte aber gleichzeitig auch direkt seinen eigenen Standpunkt klarmachen. Zumindest letzteres gelingt den Hauptfiguren perfekt. Es handelt sich um zwei starke Charaktere, die gemeinsam noch stärker sind, so sie denn an einem Strang ziehen.

Neben allen Frotzeleien und Befindlichkeiten hat man zuweilen das Gefühl, der Fall würde in den Hintergrund geraten. Dies ist jedoch mitnichten so, denn unterschwellig braut sich einiges zusammen, was jedoch erst am Schluss deutlich zum Vorschein kommt. Der Autor hat ein intelligentes Konstrukt erschaffen, das peu à peu immer mehr von sich preisgibt, ebenso wie die Figuren selbst. Dabei wird der Spannungsbogen langsam aber gekonnt aufgebaut. Manche Passagen sind ein bisschen schwergängiger als andere, was auch Auswirkungen auf das Erzähltempo hat, im Großen und Ganzen jedoch kann man nur auf hohem Niveau meckern.

Vor allem, wenn es um den Cliffhanger am Ende geht, der zu Beginn schon kurz angeteasert wurde. Bis dieser aufgelöst wird, muss man sich allerdings noch ein wenig gedulden. Auf jeden Fall ist die Geschichte noch nicht vorbei und sicherlich noch lange nicht auserzählt. Vermutlich hat man in diesem ersten Fall nur an der Oberfläche gekratzt und ahnt noch gar nicht in welche Untiefen man im weiteren Verlauf der Reihe noch vordringt. Und, auch das muss gesagt sein, all seiner unangenehmen Eigenheiten zum Trotz ist Léon de Cavallier ganz bestimmt nicht der Unsympath, für den er landläufig gehalten wird – auch wenn er das Bild häufig verstärkt.

Léon schlug so wütend auf das gelbe Ferrari-Logo auf dem Lenkrad, dass die schrille Hupe sekundenlang schallte.
[…]
Die Frau am Steuer des Kleinwagens blickte sich erschrocken um, der Commissaire zeigte ihr den Mittelfinger.
Mit der Achtsamkeit war es eben doch so eine Sache – sie gelang Léon immer dann am besten, wenn ihm niemand auf die Nerven ging.

 
 

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1 thought on “[REZENSION] Léon und die Frau im blauen Kleid

  1. Hallo Christiane,

    hm, in Deiner Beschreibung steht einmal von…………… vielen gehasst wird..finde ich persönlich einen schlecht gewählten Ausdruck, denn es lässt keinen Platz für Veränderung … vielleicht zu besseren …

    LG…Karin..

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