Rezension

[REZENSION] Ihr werdet sie nicht finden (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ihr werdet sie nicht finden
Autor: Andreas Winkelmann
Sprecher: Charles Rettinghaus
Verlag: Audio-To-Go
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 652 Minuten, Audio-Download
Autor:
Andreas Winkelmann, geboren 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldrand nahe Bremen. Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, überquert er zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas.
 
Sprecher:
Sprecher Charles Rettinghaus ist neben seiner Tätigkeit als Schauspieler und Synchronsprecher auch Interpret zahlreicher Hörbücher und Hörspiele. Er leiht seine Stimme unter anderem Jean-Claude van Damme, Jamie Foxx oder Robert Downey Jr.

 

IHR WERDET SIE NICHT FINDEN

 

Von Beginn an scheint etwas an Frankas neuem Auftrag nicht zu stimmen. Doch je tiefer sie in den Fall eintaucht, desto mehr gewinnt ihr Instinkt als Privatdetektivin die Oberhand. Eine Spur führt sie zu einem sieben Jahre alten Verbrechen, das bis heute nicht vollständig aufgeklärt wurde. Ein junges Mädchen verschwand damals spurlos, der mutmaßliche Täter wurde vom Vater der Vermissten umgebracht – einem Polizisten. Jonas wurde bereits vor einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen und lebt seither zurückgezogen. Als sich seine und Frankas Wege kreuzen, kommt Bewegung in die Ermittlungen, sowohl in die aktuellen als auch in jene von damals. Wird Jonas nun endlich erfahren, was seinerzeit wirklich geschehen ist?

Indem er zwischen den beiden Handlungssträngen – vor sieben Jahren und heute – wechselt, lässt Andreas Winkelmann seine Erzählung parallel entstehen. Einerseits sind die Eckdaten der Vergangenheit bekannt, dennoch fehlen dem Hörer, wie sich nach und nach herausstellt, zahlreiche entscheidende Informationen. Andererseits bleibt lange unklar, ob die Ereignisse der Gegenwart tatsächlich mit den Geschehnissen von damals zusammenhängen oder ob der Autor seine Hörer bewusst an der Nase herumführt und beide Handlungsstränge unabhängig voneinander betrachtet werden müssen. Schnittmengen ergeben sich zwar zwangsläufig, doch wie eng diese tatsächlich miteinander verwoben sind, bleibt lange Zeit offen.

Dadurch entwickelt sich ein Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Auch wenn sich hin und wieder ein paar zähere, allzu detailverliebte Passagen einschleichen, bleibt die Spannung durchweg auf einem hohen Niveau. Mit seinem eingängigen Schreibstil holt Winkelmann den Hörer von Beginn an ab. Dabei richtet er den Blick gleichermaßen auf das Geschehen wie auf seine Figuren, sodass sich das Gesamtbild mit jeder weiteren Minute schärfer herauskristallisiert. Sicherlich wird man dabei auch das ein oder andere Mal in die Irre geführt und folgt bereitwillig einer falschen Fährte, den richtigen Kurs findet die Geschichte jedoch jedes Mal schnell wieder.

Die vorherrschende Atmosphäre wird von Winkelmanns Stammsprecher Charles Rettinghaus gekonnt aufgegriffen und sogar noch verdichtet. Mit gezielt gesetzten Akzenten verleiht er der Geschichte eine ganz eigene Note. Gleichzeitig lässt er im Kopf des Hörers Bilder entstehen, die einem Kinofilm in nichts nachstehen.

„Ihr werdet sie nicht finden“ bleibt bis zum Schluss spannend. Zwar können zwischenzeitlich bereits einige Fragen geklärt werden, für das groß angelegte Finale hat der Autor jedoch noch einen besonderen Kniff in petto. Es lohnt sich also, von Anfang bis Ende konzentriert zu lauschen, um keinen noch so kleinen Hinweis zu verpassen. Die Lösung schwebt die ganze Zeit zwischen den Zeilen.

 
 

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