Rezension

[REZENSION] In der Nacht hör’ ich die Sterne

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: In der Nacht hör’ ich die Sterne (OT: La distanza tra me e il ciliegio)
Autor: Paola Peretti
Übersetzer: Christiane Burkhardt
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 224 Seiten
Autor:
Paola Peretti wurde 1986 in der Nähe von Verona geboren und kann sich in ihre blinde Romanheldin Mafalda einfühlen wie kaum eine andere: Vor 15 Jahren bekam sie selbst die Diagnose Morbus Stargardt, die zu vollkommener Erblindung führt. Doch die Italienerin lässt sich davon nicht unterkriegen: Nach einem Literatur-, Philosophie- und Journalismus- Studium schreibt sie heute für diverse Tageszeitungen. ›In der Nacht hör’ ich die Sterne‹ ist ihr Romandebüt.

 

IN DER NACHT HÖR’ ICH DIE STERNE

 

Mafalda weiß, dass es schon bald absolut dunkel um sie herum sein wird. Es ist unausweichlich, denn ihre Krankheit raubt ihr fast täglich immer mehr von ihrem Augenlicht. Mafalda ist auf diesem Weg glücklicherweise nicht alleine, sie erhält Unterstützung von vielen Seiten, dennoch möchte sie dieser Situation häufig einfach nur entfliehen.

Paola Peretti erzählt die Geschichte des Mädchens, die im Grunde ihre eigene ist, denn sie selbst leidet unter dieser seltenen Augenkrankheit. Sicherlich handelt es sich um fiktive Ereignisse, dennoch betrachtet man mit diesem Wissen das Geschehen aus einem anderen Blickwinkel. Da die junge Hauptprotagonistin selbst zu Wort kommt, versucht der Leser sich voll und ganz auf ihre Welt einzulassen, obwohl die eigene Vorstellungskraft häufig gar nicht so weit reicht.

Interessant und verwirrend zugleich sind Mafaldas Erlebnisse und ihre Sicht der Dinge. Mal hoch erhobenen Hauptes und hoffnungsvoll, manchmal aber auch zu Tode betrübt und melancholisch, ein Potpourri an Emotionen entfaltet sich mit jeder Seite, so dass ein regelrechter Sog entsteht. Auch wenn sicherlich einige Situationen sich bereits frühzeitig abzeichnen und vielleicht sogar als zuviel des Guten angesehen werden können, so ist man doch mit jeder Zeile froh darüber zu diesem wundervollen Buch gegriffen zu haben. Es heischt nicht nach Mitleid, sondern vermittelt eine Stärke, die zunächst nur von außen wahrgenommen wird und den Protagonisten selbst lange Zeit verborgen bleibt.

Gefühlvoll, mit einer absolut positiven Note versehen erreicht Paola Peretti die Leser und zeigt ihnen auf was sie trotz vollständig vorhandener Sehkraft vermutlich noch nie gesehen haben. Es lohnt sich einmal tiefer (in sich) zu blicken und die Oberfläche zu durchdringen, man wird überrascht, erstaunt und vielleicht sogar verwirrt sein, im Endeffekt aber mit Sicherheit klarer sehen.

 
 
MUSS ICH HABEN!

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