Rezension

[REZENSION] Der süße Wahn (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der süße Wahn (OT: This Sweet Sickness)
Autor: Patricia Highsmith
Übersetzer: Christa E. Seibicke
Sprecher: Jochen Striebeck
Verlag: Audio Media Verlag
Reihe: -/-
Ausführung: Gekürzte Romanfassung, ca. 458 Minuten, 6 CDs
Autor:
Patricia Highsmith, geboren 1921 in Fort Worth/Texas, wuchs in Texas und New York auf und studierte Literatur und Zoologie. Erste Kurzgeschichten schrieb sie an der Highschool, den ersten Lebensunterhalt verdiente sie als Comictexterin, und den ersten Welterfolg erlangte sie 1950 mit ihrem Romanerstling ›Zwei Fremde im Zug‹, dessen Verfilmung von Alfred Hitchcock sie über Nacht weltberühmt machte. Patricia Highsmith starb 1995 in Locarno.
 
Sprecher:
Jochen Striebeck ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Der Sohn der Schauspieler Karl Striebeck und Mathilde Zedler, zugleich Bruder von Peter Striebeck, absolvierte nach der Oberschule die Schauspielschule an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. 1961 kam er als Eleve an das Thalia Theater zu Intendant Willy Maertens, 1962 gab er sein Debüt am Theater der Stadt Heidelberg. Es folgten Gastspiele am Stadttheater Basel, an den Bühnen der Stadt Bonn und Engagements in Heidelberg und am Staatstheater Wiesbaden.

 

DER SÜSSE WAHN

 

David ist Annabelle mit Haut und Haaren verfallen. Blöd nur, dass sie mit einem anderen verheiratet ist und zu David maximal ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Dieser jedoch scheint ihre Ablehnung nicht wahrzunehmen, stempelt sie gar als kurzfristige, geistige Verwirrung ab. Doch er steigert sich immer mehr hinein in eine Manie, führt sogar ein Doppelleben und hat schon fast den Bezug zur Realität verloren. In der Hoffnung ihn vor noch schlimmerem zu bewahren, versuchen Davids Freunde alles in ihrer Macht stehende. Werden sie erfolgreich sein?

Unerwiderte Liebe ist für den Betroffenen alles andere als schön, im Hinblick darauf sich in einen regelrechten Wahn hineinzusteigern, wirkt das Szenario noch um einiges beängstigender. Sind es innere oder äußere Umstände/Einflüsse, die dafür sorgen, dass man weit über Stalking – was als solches bereits kein kleines Vergehen ist – hinausgeht?

Schon gleich zu Anfang, sobald der Hörer David kennenlernt, ahnt man, dass ihm ein unruhiger Geist innewohnt. Wie weit allerdings seine Vorstellungskraft und schlussendlich seine Fantasiewelt reicht, wird erst im Laufe des Geschehens deutlich. Hier von Sym- oder Antipathie zu sprechen wäre wohl verkehrt. Natürlich macht man sich ein umfassendes Bild und heißt vielerlei Aktionen absolut nicht gut, nichtsdestotrotz ist es wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass vermutlich eine ernstzunehmende Erkrankung vorliegt. Somit fällt es zumindest leichter sich den Ereignissen objektiv zu nähern, wobei außer Frage steht, dass der Hauptprotagonist professionelle Hilfe benötigt.

Sprecher Jochen Striebeck sorgt zusätzlich für die entsprechende, dem Inhalt angemessene, Atmosphäre. Im gelingt es den Hörer abzuholen und einzubeziehen. Man spürt das Hineinsteigern schon fast körperlich, wodurch gleichzeitig die Zerrissenheit diverser Charaktere zum Ausdruck kommt. Denn selbst wenn Personen nur am Rande involviert sind, so bleiben sie niemals ganz außen vor. Ein bisschen ficht man als Hörer auch seinen eigenen Kampf aus, denn einerseits bekommt man eine wahrhaftige Gänsehaut ob der Erzählung, andererseits ist es nicht möglich einfach abzuschalten, die Faszination hat einen dann doch irgendwie im Griff.

 
 
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