Rezension

[REZENSION] Nachhaltig verliebt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Nachhaltig verliebt
Autor: Chantal Schreiber
Verlag: Schneiderbuch
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Broschur, 240 Seiten
Autor:
Chantal Schreiber heißt wirklich so und schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Sie liebt Tiere (alle!), Second-Hand-Shops (Schatzsuche!) Kochen und Backen (vegan), Bücher, Kino und draußen sein. Sie lebt und arbeitet in der Nähe von Wien.

 

NACHHALTIG VERLIEBT

 

Ein bisschen anders hatte Zoe sich ihren Sommer wohl schon vorgestellt. Zwar ist es eine ganz schöne Herausforderung plötzlich zu 50% verantwortlich zu sein für den familieneigenen Zero-Waste-Laden, andererseits aber lenkt die Arbeit von diversen Sorgen ab – vor allem Liebeskummer. Gemeinsam mit ihrem Bruder Jack gibt Zoe täglich Vollgas, um auch wirklich alle Kunden zufriedenzustellen. Dabei werden ihnen jedoch durchaus Knüppel zwischen die Beine geworfen, die es gekonnt zu umgehen gilt. Und wer weiß, vielleicht wird der Sommer ja doch noch ein ganz besonderer..

Unverpackt einkaufen, dazu noch rein pflanzlich, heutzutage glücklicherweise gar nicht mehr so außergewöhnlich, auch wenn das Bewusstsein der Menschen weiterhin geschärft werden muss. Wer nun allerdings meint die Autorin oder ihre Protagonisten würden versuchen zu missionieren, der liegt grundlegend falsch. Zwangsläufig wird die vegane Lebensweise thematisiert und faktisch erläutert, niemand soll und muss sich daraufhin jedoch schlecht oder unter Druck gesetzt fühlen. Auch geht es bei dem Zero-Waste-Konzept bestimmt nicht darum irgendjemanden an den Pranger zu stellen, vielmehr sollen Leser wie Charaktere sensibilisiert werden, vielleicht auch einmal genauer hinzuschauen.

Nicht vergessen darf man nämlich, dass es in erster Linie um Zoe und ihre gescheiterte Beziehung, sowie ihr, daraus resultierendes, mangelndes Selbstwertgefühl geht. Hier wird sich wohl jeder in irgendeiner Weise wiederfinden, sei es ob des Erlebnisses ähnlicher Situationen oder einfach nur auf Grund gleicher Gedankenspiele. So oder so kann man sich als Leser gut in die Hauptfigur hineinversetzen, auch wenn womöglich nicht jede einzelne Handlung zu hundert Prozent nachvollziehbar ist. Dafür aber ist auch Zoe ein Individuum und kein 08/15-Stereotyp.

Sicherlich ist der Verlauf des Geschehens in weiten Teilen geradlinig und vorhersehbar, selten gibt es tatsächlich überraschende Ausreißer. Nichtsdestotrotz verfolgt man die Ereignisse mit einer gewissen Neugierde und ist emotional sowieso immer ganz nah dran. So wird nicht nur die eigentliche Zielgruppe gut unterhalten, sondern auch Leser, die dem zumindest rein rechnerisch bereits entwachsen sind. Andererseits gibt es tolle Anregungen und wichtige Aussagen, über die nachzudenken sich für jeden lohnen wird. Und: Schon mit dem Kauf des Buchs tut jeder etwas Gutes.

 
 
MUSS ICH HABEN!

 

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