Rezension

[REZENSION] Ohne Schuld

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ohne Schuld
Autor: Charlotte Link
Verlag: Blanvalet
Reihe: Kate Linville 3
Ausführung: Hardcover, 544 Seiten
Autor:
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch »Die Entscheidung« und zuletzt »Die Suche« eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 30 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

 

OHNE SCHULD

 

Kate Linvilles Neuanfang steht unter keinem guten Stern. Nicht nur, dass Caleb Hale, der sie zur North Yorkshire Police geholt hat, suspendiert wurde, im Zug nach York herrscht plötzlich helle Aufregung als ein Fremder versucht eine Frau zu erschießen. Ziemlich vertrackt wird der Fall, als es zu einem weiteren Attentat kommt, das in keinerlei Verbindung zu den vorherigen Ereignissen zu stehen scheint – außer, dass dieselbe Waffe verwendet wurde. Kate, von Anfang an involviert, verstrickt sich immer tiefer in den Ermittlungen und gerät schlussendlich selbst ins Visier.

Der Einstieg ins Geschehen nimmt den Leser sofort mit, sowohl auf Calebs als auch auf Kates Seite, da sie zunächst noch nicht aufeinandertreffen und auch die Handlungsstränge voneinander unabhängig sind. Recht bald jedoch gerät die emotional aufgeladene Atmosphäre ins Wanken und wird abgelöst von einer eher nüchternen Erzählweise. Sicherlich spürt der Leser, dass hinter den Ereignissen mehr steckt als die Protagonisten bisher bereit sind darzulegen, gleichzeitig fehlt aber auch die Nähe, die zu Beginn noch regelrecht greifbar war. Sämtliche Figuren ziehen sich mehr und mehr zurück, wodurch es mitunter nicht nur den Ermittlern schwer fällt Anhaltspunkte zur Lösung des Falls aufzugreifen, sondern auch dem Leser am Ball zu bleiben.

Da man als außenstehender Beobachter einige Hinweise mehr erhält als der Polizei zur Verfügung stehen, formt sich nach und nach eine mögliche Theorie, die allerdings auf ziemlich wackligen Füßen steht. Zu viele Unbekannte säumen noch immer den Weg, die Handlung selbst gerät zeitweise ins Stocken. Nur langsam beginnen die Nachforschungen Sinn zu ergeben, von Durchbruch kann aber trotz allem noch keine Rede sein. Konzentration ist ein immens wichtiges Gut, um keinen Hinweis zu übersehen, und doch kommt die Kehrtwende fast ohne Vorwarnung. Obwohl das Tempo anzieht und sämtliche Puzzleteile fast schon auf dem Silbertablett serviert werden, stehen der Polizei bereits die nächsten Hürden im Weg, als seien sie just immer eine Sekunde zu spät. Nichtsdestotrotz glüht der Spannungsbogen förmlich und die lang ersehnte, gebannte Atmosphäre stellt sich ein.

Insgesamt leider ein bisschen zäh was das Fortschreiten der Handlung betrifft, da hätten durchaus ein paar Seiten gekürzt werden dürfen. Positiv zu betrachten ist aber in jedem Fall, dass der Band, trotz dessen, dass er zu einer Reihe gehört, komplett unabhängig gelesen und nachvollzogen werden kann. Inwiefern man nach der Lektüre Interesse an den Vorgängerbänden hegt – so sie bisher nicht bekannt sind – muss jeder Leser selbst entscheiden.

 

Reihen-Info:
Band 1: Die Betrogene
Band 2: Die Suche

 
 
MUSS ICH HABEN!

ANDERE AUSGABE?
ebook:
Hörbuch:
 

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